Bis in die 1980er Jahre existierte in der Schweiz die Praxis von so genannten «fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen». Eine politische Diskussion um die Aufarbeitung des Themas und die Frage der Rehabilitierung der Direktbetroffenen ist zurzeit in verschiedenen Kantonen wie auch auf Bundesebene im Gange.

Am Donnerstag, 11. April findet für die Betroffenen in Bern ein nationaler Gedenkanlass statt, an dem sich neben dem Bund, den Kantonen, Gemeinden und Städten auch die Kirchen, die Heime sowie der Bauernverband beteiligen.

Wichtige Akteneinsicht

Im Kanton Solothurn gibt es nun auch eine Anlaufstelle für Betroffene: die Beratungsstelle Opferhilfe Aargau Solothurn. Diese unterstützt in erster Linie Betroffene bei der Aktensuche und vermittelt gegebenenfalls Psychotherapie im Rahmen der Soforthilfe bzw. längerfristigen Hilfe. Gemäss Leistungsvereinbarung zwischen den Kantonen Solothurn und Aargau mit der Beratungsstelle Opferhilfe werden nach telefonischer Vereinbarung auch Sprechstunden in Solothurn angeboten.

Der Zugang zu ihren Akten sei ein wichtiges Anliegen der betroffenen Menschen, heisst es in einem Communiqué der Staatskanzlei. Dies sei jedoch kein leichtes Unterfangen, da verschiedene Behörden und/oder Institutionen beim Vollzug der Massnahmen involviert gewesen seien.

Daher sind genaue Angaben der Betroffenen für das Auffinden der Akten sehr wichtig. Zuständig für die Akteneinsicht ist das solothurnische Staatsarchiv.

Das Kantonale Amt für Soziale Sicherheit (ASO) übernimmt in Zusammenarbeit mit dem Amt für Gemeinden demnächst die Aufgabe, einen Aufruf an die Gemeinden, Behörden und Institutionen zur Aktensicherung, Akteneinsicht und -beschaffung zu erstellen. (ldu/mgt)