In der altehrwürdigen Maschinenhalle in Wynau begrüsste Verwaltungsratspräsident Rolf Büttiker zur 17. Generalversammlung der Onyx Energie Mittelland AG. Bisher war das Unternehmen mehrheitlich in der Stromproduktion und im Netzbetrieb tätig. 2016 werde der Bereich Trinkwasser/Abwasser neu in Angriff genommen und damit ein drittes Standbein geschaffen, wie Büttiker erläuterte. Diese Geschäftserweiterung in den Dienstleistungsbereich komme nicht von ungefähr. Trinkwasser sei, wie Strom auch, ein leitungsgebundenes Element. Beim Trinkwasser-Geschäft würden dieselben strategischen, administrativen wie auch planerischen Aufgaben anfallen wie beim Strom. Es liege somit auf der Hand, dass die Onyx ihr Know-how auch für andere Werke einsetzen wolle.

Die aktuelle schweizerische Energiepolitik ist auch für Onyx noch immer eine Grossbaustelle. Wasserkraftwerke bestreiten fast 60 Prozent der inländischen Stromerzeugung. In der Energiestrategie 2050 spielt die Wasserkraft eine zentrale Rolle. Derzeit rentiert die Wasserkraft in der Schweiz kaum mehr. Die Strompreise, die in Europa gehandelt werden, liegen auf sehr tiefem Niveau.

Die nun von der Politik angepeilte Subvention der Wasserkraft wurde als fragwürdige Lösung bezeichnet. Die BKW und ihre Gesellschaften (darunter Onyx) stellen sich gegen eine Förderung bereits bestehender Anlagen. Damit würden keine Anreize für eine höhere Effizienz geschaffen. Viel besser seien gezielte Investitionszuschüsse, die den Bau von neuen Wasserkraftwerken begünstigen würden. Die BKW-Gruppe setzt sich deshalb für eine Revision der Wasserzinsregelung ein: «Diese Lösung wird für die bestehenden Wasserkraftwerke eine spürbare Entlastung bringen.»

25'000 Haushaltungen versorgt

Arturo J. Egli, Onyx-CEO, berichtete über ein gutes Geschäftsergebnis 2015 . Der Gewinn von 10,8 Mio. Franken liegt leicht über Vorjahresniveau. Tiefe Strompreise und kleine Margen seien durch Kosteneinsparungen und Effizienzmassnahmen kompensiert werden. Der Stromverbrauch im Marktgebiet – mit 25'000 Haushalten – nahm im letzten Jahr leicht zu und beträgt 908,5 MWh (+ 0,5 Prozent). Die Stromnachfrage konnte mit der Produktion in den Onyx-Kraftwerken Wynau und Schwarzhäusern zu fast 13 Prozent gedeckt werden.
Neu dürfen Kunden die Energie, die sie selber produzieren, auch selber nutzen. Dadurch verringert sich ihr Strombedarf aus dem öffentlichen Netz, und sie sparen Kosten.