Heimatschutzpreis
Oltner wird für Einsatz für Altstadt ausgezeichnet

Der Oltner Martin E. Fischer wird für seinen langjährigen Kampf mit dem Solothurner Heimatschutzpreis ausgezeichnet.

Deborah Onnis
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Der geehrte Preisträger Martin Eduard Fischer.

Der geehrte Preisträger Martin Eduard Fischer.

Remo Froehlicher 0041 79 288817

«Er ist der beste Kenner der Oltner Szene», sagte Philipp Gressly Samstagnachmittag an der Verleihung des Solothurner Heimatschutzpreises 2015 in der Oltner Pauluskirche. Der Solothurner Heimatschutz-Präsident sprach dabei vom diesjährigen Preisträger: Martin Eduard Fischer.

In der Szene eher bekannt als «Edi Fischer», wie Gressly betonte. Geehrt und beschenkt wurde Fischer vor rund 40 Gästen – darunter auch Kantonsratspräsident Ernst Zingg und Stadträtin Iris Schelbert – für sein grosses Engagement für denkmalpflegerische Anliegen. Über Jahrzehnte lang war er Präsident der Altstadtkommission und der kantonalen Denkmalpflegekommission sowie Stadtarchivar in Olten.

Peter Heim, der ehemalige Stadtarchivar von Olten, hielt die Laudatio. «Ihn kennt man einfach», sagte er und blickte zurück auf die Leistungen und Bemühungen von Martin E. Fischer. Vor allem früher, als die Altstadtkommission keine rechtlichen Instrumente hatte, um ihre Interessen durchzusetzen, sei die Arbeit besonders schwierig gewesen. Trotzdem schaffte es Fischer in den 70er-Jahren als frischgebackener Präsident der Altstadtkommission, dass ein rechtsgültiger Bebauungsplan für alle Oltner Chorherrenhäuser aufgehoben wurde.

Dank eines Antrages von Fischer, Mitglied der damaligen Altertümerkommission, konnte im selben Jahrzehnt Alfred Wyser, damaliger Chef der kantonalen Denkmalpflege, dazu bewegt werden, den Schuldenberg von 5,4 Millionen Franken an zugesicherten, aber nicht finanzierten Subventionen mit einem einmaligen Beitrag aus dem Lotteriefonds abzutragen.

Es war auch dank des Durchsetzungswillens von Fischer, dass die Altstadtkommission schliesslich keine Empfehlungen, sondern Verordnungen aussprechen konnte. Nach wie vor müsse man aber als Denkmalschützer Widerstand leisten können, sagte Heim. Und doch auch Verständnis haben, für das, was machbar sei. Und dies verkörpere Martin Eduard Fischer. «Wer sich mit ihm anlegt, muss sich warm anziehen», sagt Heim. «Er sagt nämlich direkt, was er denkt.» Fischer habe die Auszeichnung verdient.

Als Geschenk für Fischer, der ein Liebhaber von Barockmusik ist, spielten der Saxofonist und Komponist Daniel Küffer und die Harfenspielerin Désirée Dell’Amore während rund 30 Minuten. Zum Schluss auch ein Stück namens «Horizonte», das einzig und allein für den Preisträger komponiert wurde.

An der ausserordentlichen Mitgliederversammlung vom Solothurner Heimatschutz übergab Philipp Gressly sein Präsidentenamt dem 30-jährigen Architekten Daniele Grambone aus Grenchen. Martin Eggenberger trat zurück.