Nun ist es definitiv: Das Altersheim Stadtpark Olten zügelt während seiner Gesamtrenovation ab August 2014 für zwei Jahre auf den Allerheiligenberg. Der Solothurner Regierungsrat hat am Dienstag dem zweijährigen Mietvertrag mit der Genossenschaft Alters- und Pflegeheim Stadtpark, Olten, zugestimmt.

Der Kanton vermietet die gesamten Räumlichkeiten der ehemaligen Klinik Allerheiligenberg. Der Mietpreis beträgt nach Auskunft von Dominik Stirnimann (Olten), Präsident der Genossenschaft, rund 1 Mio. Franken pro Jahr. Der Mietvertrag wurde noch am Nachmittag auf der Gemeindeverwaltung Hägendorf unterschrieben.

(vorne, von links): Guido Keune, stellvertretender Kantonsbaumeister, Aristide Roberti und Dominik Stirnimann, Vizepräsident und Präsident der Genossenschaft Stadtpark; (hinten:) René Hess, stv. Leiter Immobilienbewirtschaftung Hochbauamt, Albert Studer, Gemeindepräsident Hägendorf, und Sandra Zimmerli, Heimleiterin Stadtpark, am Dienstag auf der Gemeindeverwaltung Hägendorf.

Mietvertrag unterschrieben

(vorne, von links): Guido Keune, stellvertretender Kantonsbaumeister, Aristide Roberti und Dominik Stirnimann, Vizepräsident und Präsident der Genossenschaft Stadtpark; (hinten:) René Hess, stv. Leiter Immobilienbewirtschaftung Hochbauamt, Albert Studer, Gemeindepräsident Hägendorf, und Sandra Zimmerli, Heimleiterin Stadtpark, am Dienstag auf der Gemeindeverwaltung Hägendorf.

«Stadtpark» folgt auf das «Gritt»

Der Oltner «Stadtpark» ist damit bereits das zweite Altersheim, das die frühere Höhenklinik in Hägendorf als temporäre Ausweichlösung während eines Umbaus nutzt. Seit September 2011 und noch bis Ende Februar 2014 ist schon das Gritt Seniorenzentrum Waldenburgertal (Kanton Basel-Landschaft) auf dem Allerheiligenberg eingemietet.

Wie Guido Keune, stellvertretender Kantonsbaumeister im Solothurner Hochbauamt, auf Anfrage erklärte, steht die Klinik dem «Stadtpark» bereits ab März 2014, unmittelbar nach dem Auszug des «Gritt», für Vorbereitungsarbeiten zur Verfügung.

Der Mietvertrag beginnt aber erst zu laufen, wenn der Altersheimbetrieb auf dem Berg aufgenommen wird, voraussichtlich im August 2014.

«Auch Vermieten ist interessant»

Der Kanton verfolge weiterhin das Ziel, für die Klinik Allerheiligenberg eine neue Trägerschaft zu finden, bestätigte Guido Keune. Solange aber kein Verkauf in Sicht sei, sei auch die temporäre Vermietung für den Kanton interessant. «Eine Ausweichstation für Altersheime könnte eine Marktlücke sein», meinte Keune. «Es gibt noch weitere Heime mit Renovations- und Umbauvorhaben.

Die Auslagerung während der Bauarbeiten kann für das Heim günstiger sein als die Weiterführung des Betriebs im Umbauobjekt.» Investieren müsse der Kanton für den Altersheimbetrieb in der Klinik nicht, er beschränke sich auf den minimalen Unterhalt. «Und das wäre auch nötig, wenn die Anlage leer stünde», betonte Keune.

Solange ein Altersheim im AHB eingemietet ist, soll auch die heutige Busverbindung von und nach Hägendorf und Langenbruck (täglich fünf bis sechs Verbindungen, in Hägendorf mit Anschluss von und nach Olten) weitergeführt werden.

Gute Lösung für «Stadtpark»

«Stadtpark»-Präsident Dominik Stirnimann ist erfreut über den Abschluss des Mietvertrags. «Wir haben lange verhandelt, aber die Zuständigen beim Kanton haben sich fair und grosszügig verhalten», sagte er. Zum Beispiel könnte das Heim den Mietvertrag vorzeitig kündigen, wenn das Renovationsprojekt schneller als in 2 Jahren fertig werden sollte.

Der Bau und Betrieb eines «Container-Altersheims» auf dem Stadtpark-Areal wäre wesentlich teurer gewesen als die Miete des Allerheiligenbergs, erklärte Stirnimann. «Klar gibt es unter unseren 80 Pensionären verschiedene Reaktionen», räumte er ein: «Bei einigen hält sich die Begeisterung über den Umzug in Grenzen, andere sind neutral, aber einige freuen sich auch.» Das Personal des Altersheims (80 Mitarbeitende) ziehe mit, das Kader sei sogar begeistert.

Das gesamte Umbauvorhaben des Stadtparks kostet 19 Mio. Franken (inklusive bereits realisierte Arbeiten und AHB-Miete). Das Kostendach für den noch bevorstehenden Hauptteil der Renovation liegt bei 14 Mio. Franken. Von der Stadt Olten, die 50 Prozent des Genossenschaftskapitals hält, hatte die Verwaltung ein zinsloses Darlehen von 3,8 Mio. Franken beantragt; bewilligt hat der Stadtrat aber «nur» 400 000 Franken.

Weitere 140 000 Franken stellt Trimbach als zinsloses Darlehen zur Verfügung. Dominik Stirnimann hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Stadt letztlich auf eine Rückzahlung verzichtet und die 400 000 Franken als Beitrag à fonds perdu leistet.