Romano Mombelli
Ohne Crowdfunding hätte der Solothurner Schwimmer das Coronajahr nicht überstanden

Auch dem Solothurner Schwimmer Romano Mombelli machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Er konnte seine Auslandspläne nicht verfolgen und schliesslich stand seine ganze Existenz auf der Kippe. Crowdfunding hält den Solothurner Schwimmer nun über Wasser.

Sophie Deck
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Für Langstreckenschwimmer Romano Mombelli gab es statt einer Reise in die USA Schwimmtraining an Land.

Für Langstreckenschwimmer Romano Mombelli gab es statt einer Reise in die USA Schwimmtraining an Land.

zvg

Langstreckenschwimmer Romano Mombelli hatte für das Jahr 2020 eigentlich grosse Pläne. Gleich drei Herausforderungen wollte der junge Solothurner bestehen: den Ärmelkanal zwischen Frankreich und England durchschwimmen, eine Runde um Manhattan Island vor New York machen und dann den Catalina Channel bis nach Los Angeles schaffen – die sogenannte «Triple Crown».

Doch wie so vielen dieses Jahr machte Corona auch Mombelli einen Strich durch die Rechnung. Nicht nur eine Reise in die USA wurde unmöglich, sondern seine ganze Existenz stand plötzlich auf der Kippe.

«Die Probleme begannen für uns, als im März die Schwimmbäder geschlossen wurden», erzählt er. Um draussen zu trainieren, sei es noch zu kalt gewesen. So habe Mombelli ein «Alternativtraining» absolvieren müssen: Statt durch offene Gewässer zu schwimmen, machte er über mehrere Wochen nur Übungen an Land. Schon das war für ihn schwer. «Wenn einem als Schwimmer das Wasser weggenommen wird, dann ist von dem Gefühl nicht mehr viel übrig», erklärt er. Und da die weiteren Entwicklungen so ungewiss waren, wurde relativ schnell auch das Projekt «Triple Crown» beerdigt.

Das Team plante stattdessen zwar ein kleineres Projekt in der Schweiz und führte dies im Sommer auch durch, doch im Herbst fanden sie sich dennoch in einer Krise wieder. «Um Sponsoren zu gewinnen, müssen wir Projekte vermarkten», erklärt Mombelli. «Aber ohne vorausschauendes Planen ist dies nicht möglich.»

So ging ihm und seinem Team Anfang September nach und nach das Geld aus, bis «wir wirklich keine Kohle mehr hatten». Als sie Mombellis Trainer dann nicht mehr bezahlen konnten, wurde klar, dass sie sich eine Lösung überlegen mussten.

«Wir haben eine hohe Solidarität erfahren»

Mit dem Team besprach Mombelli mehrere Optionen und sie entschieden sich schliesslich dazu, ein Crowdfundingprojekt auf «We Make It» zu starten. «Wir hatten auch schon zuvor Crowdfunding betrieben», erzählt Mombelli. «Allerdings immer für einen anderen, guten Zweck und nie, um mich zu finanzieren. So weit war es bei uns noch nie gekommen.»

Doch am Rande der Verzweiflung nicht aufzugeben lohnte sich: Das Crowdfunding sei sofort gut angelaufen, berichtet Mombelli. Es haben sogar ältere Leute, die mit der «We Make It»-Website nicht umgehen konnten, Einzahlungsscheine geschickt. «Wir haben eine hohe Solidarität erfahren. Das ist wirklich schön und wir sind sehr dankbar dafür.»

Etwas mehr als 4000 Franken sind durch das Projekt insgesamt zusammengekommen. So musste Mombelli seinen Trainer nicht entlassen und kann sich gut bis Februar 2021 über Wasser halten. Er hofft, dass er dann wieder normal im Schwimmbad trainieren kann, um sich auf sein nächstes Projekt vorzubereiten. Er wolle jetzt noch nicht zu viel verraten, meint er, doch wenn alles gut laufe, werde er dieses im Sommer 2021 bekanntgeben.