Das beste Angebot im öffentlichen Verkehr bietet die Busbetriebe Solothurn und Umgebung an, geht aus den heute publizierten Resultaten eines Tests des Vereins umverkehR hervor. Die neue Studie bewertete den Betrieb in der Agglomeration Solothurn als insgesamt mit «gut». Es reicht für den 25. Rang.

Massgeblich für die Gesamtnote verantwortlich seien in Solothurn die vergleichsweise hohen Parkgebühren, heisst es im Bericht. «Diese machen das Busfahren preislich konkurrenzfähiger als in vergleichbaren Agglomerationen».

Die Anschlüsse hätten aber «etwas Zufälliges». Sie seien teils knapp, dann aber wieder grosszügig und würden im Tagesverlauf wechseln. Besonders am Wochenende könnten Wartezeiten nicht vermieden werden, so die Ansicht der Tester.

Happige Tarife in Olten

Weit dahinter folgt Olten. Nämlich erst auf Platz 40. Der Busbetrieb Olten Gösgen Gäu (Bogg), der im Tarifverbung A-Welle integriert ist, wird von den Studien-Machern als «genügend» angesehen. Wegen happigen Tarifen müsste man sich reiflich überlegen, in der engeren Umgebung von Olten zu pendeln.

Auch Gelegenheitsfahrer und -fahrerinnen würden den öffentlichen Verkehr nicht als einfach zu benutzendes Verkehrsmittel in Erinnerung behalten. «Der Netzplan ist angesichts der Vielzahl an Linien sehr kompliziert zu lesen», so die Tester. Einige Mühe mache es auch, am Bahnhof den richtigen Bus zu finden. «Ist man einmal auf der falschen Seite des Bahnhofquais, muss die vierspurige Strasse mittels einer Unterführung umständlich gequert werden.»

Mobilität auch in Randzeiten garantiert

Ebenfalls für ein «genügend» reicht es in diesem Jahr für den öffentlichen Verkehr rund um Grenchen (Rang 42). Wartehallen und Automaten würden etwas verwahrlost wirken, seien aber nicht repräsentativ für das Busangebot von Grenchen, das in den letzten Jahren fahrplanmässig einen beträchtlichen Ausbauschritt erfahren habe, heisst es dazu im Bericht. «Auch in Randzeiten wird die Mobilität garantiert, und das Busangebot entspricht im Prinzip dem Standard vergleichbarer Kleinagglomerationen».

Der öV rund um Grenchen ist «genügend»

Der öV rund um Grenchen ist «genügend»

Die Tester haben auch gleich noch Verbesserungsvorschläge: «Um zusätzliche Fahrgäste anzulocken, wären beispielsweise die Preise für Monatsabonnemente an die kurzen Distanzen anzupassen, die innerhalb von Grenchen und Umgebung anfallen. Attraktiver könnten auch die Anschlüsse an den Bahnhöfen Grenchen Süd sowie Bettlach (Linie 31) sowie zwischen den einzelnen Buslinien sein.»

Test bereits zum dritten Mal durchgeführt

Die Umweltorganisation hat ihren öV-Test nach 2003 und 2006 heuer bereits zum dritten Mal durchgeführt. Insgesamt 10 Personen aus dem Umfeld von umverkehR haben die Tram- und Busangebote von 53 Städten, Agglomerationen und Agglomerationsgemeinden in der Schweiz untersucht.

Gesamtschweizerisch hätten sich vor allem die Preiserhöhungen als problematisch erwiesen. «Die Kosten für Monatsabonnemente in den untersuchten Städten haben seit 2003 um durchschnittlich 19 Prozent zugenommen. Die Teuerung betrug in dieser Zeitspanne dagegen nur 7 Prozent», sagt Projektleiter und umverkehR-Co-Präsident Christian Harb.

Dadurch sei der öV insbesondere in Kleinstädten immer weniger mit dem Auto konkurrenzfähig. Die beiden ersten Plätze im öV-Test belegen denn auch die Städte Zürich und St. Gallen. Auf dem dritten Platz folgen - neben dem zürcherischen Glattal - Bern und Genf. (ldu/bau)