Volksschule

Öffentlichkeit kann wieder einmal die Schulbank drücken

Die Volksschulen im Kanton öffnen bis 28.März ihre Türen, um die Öffentlichkeit noch einmal die Schulbank drücken zu lassen. Die Schulleiter und Lehrer informieren zu brisanten Themen.

«Schule geht uns alle an.» So wirbt Andreas Walter, Chef im Volksschulamt, für die «Tage der offenen Türe» an den Solothurner Schulen. Und hofft auf zahlreiche Interessierte in den Schulstuben des Kantons. Gleichsam zum Auftakt besuchte er gestern zusammen mit Vertretern der Solothurner Lehrerverbände die Schulen in Selzach. Wir sind bei dieser Gelegenheit mit Lehrpersonen ins Gespräch gekommen.

Was bezweckt die Schule mit den Tagen der offenen Tür?

Christoph Goldenberger informiert, dass eine Schule grundsätzlich nicht «künstlich oder gestellt auftreten sollte», sondern authentisch sein muss. Der Schulleiter der Primarschule Lommiswil-Selzach an der Gesamtschule BeLoSe (Bellach, Lommiswil, Selzach) will damit die Eltern und Behörden erreichen, aber auch ein Feedback zur eigenen pädagogischen Leistung erhalten. Dies könne dann zu einer allfälligen Verbesserung des Unterrichts beitragen.

Schule braucht immer auch eine räumliche Entwicklung. Wie bewährt sich diese in Selzach?

«Die lächerliche kleine Turnhalle von zuvor wurde von einer Doppelturnhalle abgelöst», hält Goldenberger stolz fest. Und: Dadurch, dass mehr Platz und Räume entstanden sind, «können alle Klassen einer Stufe und auch Spezialförderungen wie Logopädie oder auch Nebenfächer, zum Beispiel Religion, unter einem Dach untergebracht werden.»

Was muss man sich unter Lernaterliers genau vorstellen?

Laut Stefan Nyffeler, Schulleiter der Sekundarstufe I an der BeLoSe, sind Lernateliers dazu gedacht, auf die individuellen Stärken bzw. Schwächen der einzelnen Schüler einzugehen und sie gezielt zu fördern. Das eine Atelier beschäftige sich mit Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch und ausserdem mit Geschichte und Staatskunde. Das andere setzt sich mit Naturwissenschaften und technischem Zeichnen auseinander. Es werde individuell gearbeitet und die Arbeit dann mit sogenannten Lerncoaches besprochen. Individuelle Tests werden auf jeden Schüler angepasst und die erreichte Note wird dann mit der Jahresnote verrechnet.

Gesamtschulleiter Andreas Hänggi erwähnt auch die Möglichkeit, sich durch die Ateliers auf eine kommende Lehre oder das Gymnasium vorzubereiten.

Für Christoph Goldenberger ist der Frühfremdsprachenunterricht derzeit das Hauptgesprächsthema unter den Lehrern. Aufgrund der grossen Zahl von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund ist bereits Deutsch für viele eine Fremdsprache. Zudem sollte für Goldenberger auch dem Sachunterricht eine entsprechend grosse Bedeutung eingeräumt werden.

Wenn schon eine Fremdsprache, dann doch lieber Englisch - finden die Schüler...

Fabienne Cosandey, Lehrerin für Frühenglisch an der Primarschule in Selzach, beobachtet, dass die Schülerinnen und Schüler viel lieber Englisch als Französisch lernen. Englisch sei halt für viele junge Leute cool. «Ich bin immer wieder überrascht, über welches Vorwissen die Schüler im Englischen verfügen», sagt Fabienne Cosandey.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1