Superwahltag
Obama-Wahlkampf als Vorbild: Wie ein «Campaigner» der SP Stimmen bringen soll

Die SP des Kantons Solothurn stellt für den Wahlkampf 2017 einen «Campaigner» an. «Der Obama-Wahlkampf 2008 war für uns vorbildlich», sagt Niklaus Wepfer, Parteisekretär der Solothurner SP.

Hans Peter Schläfli
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Parteisekretär Niklaus Wepfer lässt sich an seinem Arbeitsplatz durch ein Porträt der SP-Ikone Willi Ritschard für den Wahlkampf inspirieren.

Parteisekretär Niklaus Wepfer lässt sich an seinem Arbeitsplatz durch ein Porträt der SP-Ikone Willi Ritschard für den Wahlkampf inspirieren.

Hans Peter Schläfli

Das Solothurnervolk wird am 12. März 2017 gleichzeitig die fünf Mitglieder der Kantonsregierung und die 100 Mitglieder des Kantonsrats neu wählen. Die SP des Kantons Solothurn hat für diesen Superwahltag mit Lukas Uetz einen «Campaigner» angestellt. Der junge Unia-Gewerkschafter aus Bern soll mit Basisarbeit für ein gutes Resultat sorgen.

Fleissig wie die Ameisen gemeinsam Stimmen sammeln – so die Idee. «Der Obama-Wahlkampf 2008 war für uns vorbildlich», sagt Niklaus Wepfer, Parteisekretär der Solothurner SP. Damals sei es den US-Demokraten gelungen, die Basis zu erreichen und zu motivieren.

«Auch unsere Basiskampagne vor den eidgenössischen Wahlen 2015 zeigt bis heute Wirkung. Es gibt viele Mitglieder der SP, die wieder tatkräftig mitarbeiten wollen. Damit wir dieses Potenzial ausnützen können, braucht es einen Campaigner.»

Keine neuen Geldquellen

Die Kantonalpartei habe für den Job «eine flexible Persönlichkeit gesucht, die bereit ist, ein befristetes Engagement einzugehen. Entsprechend haben sich sieben sehr interessante Bewerber gemeldet.» Geschult werde Lukas Uetz, der seine befristete Stelle Mitte September antreten wird, durch die schweizerische SP.

Zusätzliches Geld könne die SP aber nicht einsetzen. «Der Campaigner wird über die normalen Rückstellungen finanziert, die wir konstant für Wahlen vornehmen», erklärt der Parteisekretär. «Das Budget ist nicht grösser als in anderen Jahren. Wir setzen einfach die Prioritäten anders. Bei der herkömmlichen Wahlwerbung schrauben wir etwas zurück.» Für die Plakataktionen ist denn auch nicht der Campaigner zuständig, sondern der Wahlausschuss unter der Leitung des Sekretärs.

Wie wichtig Geld für den Erfolg eines Wahlkampfs ist, das könne man nicht in Prozenten beziffern. «Wenn man nicht auf sich aufmerksam machen kann, ist man unsichtbar», analysiert Niklaus Wepfer den Einfluss der Finanzen. «Ganz ohne Geld erreicht man nichts. Aber nur wegen des Geldes gewinnt man in der Schweiz noch keinen Wahlkampf. Meinungen sind nicht käuflich. Aber gute Meinungen muss man bekannt machen, und das kostet etwas.»

Datenbank hilft beim Mobilisieren

«Wir verfügen über ein tolles Tool, in welchem wir seit vielen Jahren die Adressen und die Informationen über unsere Sympathisanten sammeln», erklärt der Sekretär der kantonalen SP das Vorgehen. «Die Datensammlung besteht nicht etwa aus zufällig kopierten Adressen. Darin sind nur Leute registriert, die sich bereits auf irgendeine Art für unsere Anliegen eingesetzt haben.»

Auf der Datenbank dürften zwischen fünf- und sechstausend Sympathisanten registriert sein. Diese kann der Campaigner natürlich nicht alle direkt ansprechen. Er soll für die vielen Stand- und Telefonaktionen die Parteimitglieder einspannen. Der Parteisekretär ist zuversichtlich, dass genügend Helfer gefunden werden können. «Nicht jeder will Geld für einen Wahlkampf spenden. Unsere Mitglieder setzen sich gerne persönlich ein.»