«Auf einen Kaffee mit...»
Ob beim Trachtentanzen oder in der Bank: «Vreni» Meyer erledigt Schritt für Schritt

Die Trachtengruppe Buechibärg führt am Samstagabend ihren beliebten Unterhaltungsabend durch. Verena Meyer-Burkhard, Gemeindepräsidentin von Buchegg und Kantonsrätin war vor 32 Jahren Gründungspräsidentin. Sie tanzt noch heute in der Tracht.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Kaffeepause mit Verena Meyer-Burkhard.

Kaffeepause mit Verena Meyer-Burkhard.

Hanspeter Bärtschi

Verena Meyer-Burkhard kennt wohl jeder im Bucheggberg. Die 58-Jährige, die in Mühledorf lebt, ist schliesslich auch die Gemeindepräsidentin der fusionierten Gemeinde Buchegg, FDP-Kantonsrätin seit 2005, Bankangestellte und – Verwalterin der Kindertrachten der Trachtengruppe Buchegg. In dieser Funktion und als Gründungspräsidentin der Trachtengruppe hatte sie in den vergangenen Tagen viel zu tun.

Denn am Samstagabend steigt in der Mehrzweckhalle Lüterkofen der alljährliche und beliebte Unterhaltungsabend der Trachtenleute. «Unser Abend steht unter dem Motto ‹gut behutet›, berichtet Verena Meyer-Burkhard. Geboten wird eine Art Modeschau verschiedener Schweizer Trachten.

«Und dabei haben wir das Augenmerk auf die originellen und unverwechselbaren Hüte oder Hauben der Trachten gelegt». So seien Trachten aus Ob- und Nidwalden, Uri oder auch dem Kanton Neuenburg und dem Haslital zu sehen. «Durch unsere langjährigen Kontakte zu verschiedenen Trachtengruppen konnten wir diese Schau zusammenstellen», sagt sie, die den Abend auch moderiert.

Das Ausland war schuld

Sie selbst sei in den achtziger Jahren während eines Auslandaufenthaltes auf die Idee gekommen, im Buechibärg eine Trachtengruppe zu gründen. Eine kuriose Anekdote eigentlich, aber auch verständlich. «Im Ausland beobachtete ich eine traditionelle Tanzgruppe und dachte mir, das sollte es auch bei uns geben».

Verena Meyer-Burkhard ist eine Frau, die anpackt. Und so wurde nach ihrer Rückkehr, im Jahr 1987 ein Gründungsabend einberufen, zu dem auch rund dreissig Interessierte erschienen sind. «Seit damals besteht unsere Trachtengruppe. 32 Jahre lang amtete ich als Präsidentin, heute führe ich das Inventar für die Kindertrachten.»

Dazu hat sie in ihrem Keller ein paar dutzend Kindertrachten in allen Grössen und Farben bereit, welche für Tanz- oder andere Anlässe des Vereins ausgeliehen werden können. «Es macht Spass, doch bedeutet es auch Arbeit, die Trachten immer im Schuss zu halten oder auf neue Masse abzuändern.» Doch wenn es etwas gibt, das Verena Meyer-Burkhards Stärke ist, so ist es das Anpacken und Organisieren. Und so ist auch diese Kindertrachtenausleihe bis ins Detail organisiert.

Meyer-Burkhard wurde nach der Schule Hauswirtschaftslehrerin. «Ich bin als Bauernmädchen in Messen gross geworden. Als ich Dreizehn war, hörte mein Vater mit der Landwirtschaft auf und arbeitete unter anderem als Berufsschullehrer. Wir zogen nach Mühledorf.» Das Haus, in welchem Verena Meyer-Burkhard heute zusammen mit ihrem Mann Thomas wohnt, wurde noch vom Vater rudimentär ausgebaut. «Mein Mann und ich haben es dann so richtig bewohnbar gemacht», lacht sie. Die beiden Töchter sind inzwischen ausgeflogen und in ihrem Berufsleben mindestens so agil wie ihre Mutter.

Verena Burkhard-Meyer liess sich, als sie knapp vierzigjährig wurde, an der Fachhochschule Nordwestschweiz zur Betriebswirtschafterin ausbilden. Sie arbeitete dann zwölf Jahre lang als Sekretärin der FDP und Marketingleiterin. Heute arbeitet sie zur Hauptsache als Kundenberaterin in der Spar- und Leihkasse Bucheggberg.

«Das macht 40 Prozent meiner Tätigkeit aus. Dazu kommen jetzt neu 30 Prozent als Gemeindepräsidentin und noch einen Teil als Präsidentin Schulverband Bucheggberg. Hauswirtschaft und Bank seien sich eigentlich sehr nahe, sagt sie. «Wer haushaltet, muss auch ökonomisch denken können. Einfach in der kleineren Einheit.»

Pragmatisch arbeiten

Auf die Frage, wie sie es denn schafft, so viele und unterschiedliche Aufgaben unter einen Hut zu bringen, meint sie bloss: «Ich gehe pragmatisch an die Arbeiten. Erledige Schritt für Schritt. Und dann muss ich betonen: In der Fusionsgemeinde kann ich auf extrem tolle Leute zurückgreifen. Wir ziehen alle am gleichen Strang.» Rückblickend sagt sie, sei die Fusion der richtige Schritt für die zehn Gemeinden gewesen. «Nur schon, was wir an Funktionären in den Gemeinden einsparen können. Früher waren insgesamt 470 Personen beschäftigt. Heute sind es noch 70.»

Sie gibt zu, zu Beginn der Fusion habe sie schon ein paar schlaflose Nächte gehabt. «Da fragte ich mich schon, wie ich diesen Berg Arbeit bewältigen soll.» Meyer-Burkhard beschwört die Sachpolitik, wie sie auf Gemeindeebene eben richtig ist. «Hier spielen die Parteien keine Rolle. Und das ist auch gut so.»

Ganz anders aber die Politik im Kantonsrat, die sie auch nach 13 Jahren immer noch begeistert. «Ich denke halt, es braucht mich noch.» Denn was im Kantonsrat debattiert und beschlossen wird, hat oft direkt Einfluss auf ihre Tätigkeit als Gemeinde- ode Schulpräsidentin.

Und wenn es dann doch noch etwas Freizeit gibt, treibt die Bucheggbergerin gerne Sport in der Natur. «Vor allem Wandern.» Vor zwei Jahren sei sie mit ihrem Mann von Kandersteg nach Montreux gewandert und jetzt endlich liegt auf dem Tisch das erstellte Fotoalbum von diesem Ereignis.