Mit einem Computerprogramm Einbrecher jagen: Das versuchen derzeit verschiedene Polizeikorps in der Schweiz. «Precobs» heisst das Programm, das – gefüttert mit älteren Daten zu Einbrüchen – voraussagen soll, wo demnächst ein Einbruch passieren könnte. Warum macht Solothurn nicht mit, wollte Kantonsrätin Anita Panzer (FDP, Feldbrunnen) in einer Interpellation wissen.

Mit der Antwort der Regierung, die vor einer Anschaffung zuerst die Erfahrungen in den anderen Kantonen abwarten will, zeigte sich Panzer am Mittwoch zufrieden. «Aufgrund des bisher nicht erhärteten Nutzens und der finanziellen Lage ist dies nachvollziehbar.» Sie sei aber gespannt. «Es ist kein Wundermittel oder keine Kristallkugel aber möglicherweise eines von mehreren Mitteln bei der Einbruchbekämpfung.» Sollte das Programm aber erfolgreich sein, sei die Anschaffung erneut zu überlegen. Denn da das Programm von der Fütterung mit Daten lebt, sei eine Zusammenarbeit unter den Kantonen wichtig.

«Wenn mit dem Programm tatsächlich Einbrüche verhindert werden können, sollte es so schnell wie möglich angeschafft werden», sagte SVP-Fraktionssprecher Hansjörg Stoll (Mümliswil). Nicht ohne Schmunzeln empfahl er der Polizei, bei finanziellem Engpass doch lieber auf die Anschaffung neuer Radargeräte zu verzichten denn auf das Programm. Ob die Polizei das Programm wolle oder nicht, müsse sie selbst entscheiden, befand SP-Sprecher Urs Huber (Obergösgen). «Wir müssen nur wissen, ob es sich lohnt.» Spielzeug oder Werkzeug?, fragte Huber.

Immerhin: Der Druck auf die Polizei dürfte abgenommen haben. Um 25 Prozent sind die Einbrüche nämlich im vergangenen Jahr zurückgegangen. «Die gute Polizeiarbeit fruchtet», lobte Martin Flury (BDP, Deitingen) als Sprecher der grossen Mittefraktion. Derzeit sei das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Programms nur schwer abschätzbar.

Und auch Grünen-Sprecher Felix Wettstein (Olten) befand: «Es ist richtig, dass Solothurn nicht zu den Pionierkantonen gehört und die Erfahrungen abwartet.» Im Kanton habe sich bisher gezeigt, dass die intensivierte Einbruchprävention Wirkung zeigt, lobte auch er die Arbeit der Kantonspolizei. (lfh)