Immobilen
Nur wenige Mieter beantragen einen tieferen Mietzins

Anfang Dezember hat das Bundesamt für Wohnungswesen bekannt gegeben, dass der Referenzzinssatz von 2,75 auf 2,5 Prozent gesenkt wird. Eine Umfrage bei Immobilienverwaltungen zeigt: Relativ wenige machen von ihrem Recht Gebrauch.

Andreas Toggweiler
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Nur wenige ersuchen um einen tieferen Mietzins.

Nur wenige ersuchen um einen tieferen Mietzins.

Keystone

Der Referenzzinssatz konnte gesenkt werden, weil die Durchschnittszinsen für Hypotheken noch immer sinken. Mieterinnen und Mieter können bei den Wohnungsvermietern jetzt eine Reduktion des Mietzinses verlangen.

Nur wenige Gesuche

Eine Umfrage bei Immobilienverwaltungen in der Region zeigt, dass dies zunehmend gemacht wird. Mit Senkungsbegehren überschwemmt werden die Vermieter aber offenbar nicht. Ruth Steiner von Marti+Marti Immobilien in Derendingen bestätigt immerhin, dass solche Begehren jetzt vermehrt kommen und auch zu Mietpreissenkungen führen werden. Eine Zahl könne sie allerdings nicht nennen, das sei noch zu früh. Die Firma vermietet laut Steiner etwa 2000 Wohnungen in der ganzen Schweiz.

Bei Intercity Immobilien in Olten, ebenfalls ein grösserer Anbieter von Wohnraum, sind laut Angaben von Tobias Kunz bisher etwa 50 Gesuche eingetroffen. Die meisten würden voraussichtlich auch zu einer Mietzinsreduktion führen.

Oft bleibt nicht mehr übrig

Dass dies nicht automatisch der Fall sein muss, zeigt der gesamte Mechanismus, der beachtet werden muss. Laut dem Schweizer Mieterverband führt die Senkung des Referenzzinssatzes um 0,25 Prozent – wie jetzt geschehen – zu einem Anspruch auf eine Mietreduktion von 2,91 Prozent. Der Vermieter kann seinerseits die seit der letzten Mietpreisfixierung aufgelaufene allgemeine Teuerung (bzw. 40 Prozent davon) in Abzug bringen, sowie gestiegene Unterhaltskosten verrechnen. Damit bleibt unter Umständen nicht mehr viel übrig.

«In Einzelfällen ist es schon vorgekommen, dass am Ende der Mietpreis gestiegen ist, wenn auch nicht stark», meint Carol Utiger von Leimer Immobilien in Grenchen. Grundsätzlich bestätigt sie, dass sich bisher «eher wenige» Mieter hinsichtlich einer Mietzinsreduktion gemeldet haben. Diese hätten aber in den meisten Fällen einen Nachlass zugut.

In der Summe kann viel Geld gespart werden

Im November hat der kantonale Mieterverband Solothurn seine Mitglieder aufgerufen, Kopien von Mietverträgen einzuschicken. Diese wurden dann von den drei Rechtsberatungen in Solothurn, Olten und Grenchen kostenlos überprüft. Laut Andrea Frey hat die Geschäftsstelle Olten in der Folge etwa 30 Verträge zum Prüfen erhalten. Auch hier resultierte laut Frey bei den bisher bearbeiteten Dossiers in 23 von 25 Fällen eine Zinsreduktion. Diese belief sich zwischen 10 und 110 Fr. monatlich «Das ist aufs Jahr gerechnet ein ansehnlicher Betrag», meint Frey.

In zwei Fällen wäre hingegen eine Erhöhung möglich. Manche Vermieter verzichten aber aus Kulanzgründen darauf, ebenso wie ja auch viele Mieter nicht auf eine Senkung pochen.

Selber den Taschenrechner zur Hand nehmen

Auch im Kanton Bern wurde eine entsprechende Aktion gestartet, die laut Geschäftsführerin Margrith Beyeler zu einem Rücklauf von rund 45 Mietverträgen geführt hat. Auch hier lautete das Verdikt in den meisten Fällen auf Senkung. Mieter können selber den Taschenrechner zur Hand nehmen und abschätzen, ob etwas drinliegt.

Sollten doch die Mietverträge Angaben über Referenzzinssatz und Preisindex zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses enthalten. Zu beachten ist aber auch, ob inzwischen wertvermehrende Investitionen in die Liegenschaft getätigt wurden. Die Mieterverbände haben auf ihrer Homepage entsprechende Merkblätter und Mietzinsrechner aufgeschaltet.