Kanton Solothurn
Nur in 51 von 109 Gemeinden kann man noch im eigenen Dorf zum Arzt gehen

Urs Moser
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Nur die Hälfte der Solothurner Gemeinden haben einen eigene Arztpraxis.

Nur die Hälfte der Solothurner Gemeinden haben einen eigene Arztpraxis.

Schweiz am Wochenende

Sind die Arbeitsbedingungen zu wenig attraktiv, der Verdienst zu tief, die bürokratischen Hürden zu hoch? Fest steht: Mittlerweile gibt es in mehr als der Hälfte der Solothurner Gemeinden keinen eigenen Hausarzt mehr. Und es ist zu befürchten, dass sich die Situation in den nächsten Jahren noch drastisch verschärfen wird. Denn der Nachwuchs ist dünn gesät und um die 20 Prozent der heute im Kanton praktizierenden Hausärzte haben bereits das Pensionsalter erreicht.

Die Situation präsentiert sich allerdings regional unterschiedlich. Dass die Städte und die grösseren Agglomerationsgemeinden über eine grössere Ärztedichte verfügen als ländliche Regionen, liegt dabei auf der Hand. Es gibt aber weitere Auffälligkeiten.

Konzentration auf Zentren

Geht man davon aus, dass die Stadtsolothurner auch nicht markant häufiger einen Arzt aufsuchen als die anderen Einwohner des Kantons, kommt Solothurn offenbar eine viel stärkere regionale Zentrumsfunktion in der medizinischen Grundversorgung zu als Olten – und als Grenchen sowieso. In der Hauptstadt gibt es sage und schreibe 61 Hausärzte (alle Zahlen aus der Online-Datenbank der Ärztegesellschaft), was einem Hausarzt auf 275 Einwohnern entspricht. In Olten stösst man zwar auch auf eine stattliche Zahl von 48 Namen, die Versorgungsdichte ist dort mit einem Hausarzt auf 381 Einwohner aber schon deutlich tiefer. In Grenchen findet man nur 18 Hausärzte, die Dichte liegt hier mit einem Allgemeinpraktiker auf 946 Einwohner kaum noch höher als im Durchschnitt über den ganzen Kanton hinweg.

Die Konzentration im oberen Kantonsteil auf die Hauptstadt zeigt sich auch im Umstand, dass das bevölkerungsstarke Wasseramt mit grossen Agglomerationsgemeinden wie Zuchwil, Biberist und Derendingen (je 6 Hausärzte) insgesamt nicht über eine höhere Arztdichte verfügt als der ausgesprochen ländliche Bucheggberg, wo es nur in Messen (5) und Lüsslingen-Nennigkofen (1) Arztpraxen gibt.

Eine klare Fokussierung auf regionale Zentren zeigt sich auch im Schwarzbubenland: In 7 von 11 Dornecker und 10 von 12 Thiersteiner Gemeinden gibt es gar keinen Hausarzt, in den Bezirkshauptorten Dornach und Breitenbach liegt die Hausärztedichte mit je elf Hausärzten aber massiv über dem kantonalen Durchschnitt, nämlich bei einen Hausarzt auf 606 bzw. 352 Einwohner.

Am meisten Patienten müssen sich einen Arzt im Bezirk Gösgen teilen, aber immerhin gibt es hier noch in 5 von 11 Gemeinden mindestens einen Hausarzt.

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