Schweizweit sollen die Strompreise ab 2015 um durchschnittlich 3,7 Prozent steigen, wie der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE), vor Wochenfrist bekannt gab. Die Prognose basiert auf einer Umfrage unter 30 Mitgliedsfirmen, die rund 50 Prozent der Schweiz mit Strom versorgen. Grund dafür sind aber nicht etwa die reinen Energiekosten, sondern steigende Abgaben.

In der Region Solothurn zeigt sich ein ähnliches Bild, allerdings mit anderem Resultat unter dem Strich.

AEK Energie senkt Preise

«Wir senken die Strompreise (inklusive Netznutzung und Abgaben) per 2015 für Privat- und Gewerbekunden im Durchschnitt um 0,6 Prozent», schrieb die AEK Energie AG in Solothurn gestern in einer Medienmitteilung. Die Spanne betrage minus 2,5 bis plus 1 Prozent. Dank tieferen Beschaffungskosten und «konsequentem Kostenmanagement» würden die Strom- und Netzkosten sinken.

Dagegen steigen die Abgaben, «die wir nicht beeinflussen können», heisst es bei der AEK. So erhöht sich die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) von 0,5 auf 1 Rappen pro Kilowattstunde. Wie wenig die Veränderung insgesamt ausmacht, zeigt das Beispiel eines 4-köpfigen Haushaltes mit einem Jahresverbrauch von 4500 Kilowattstunden. Der Haushalt wird, wenn er Kunde der AEK ist, pro Jahr Fr. 3.70 oder 0,4 Prozent weniger bezahlen.

Grenchner zahlen mehr

Beim Grenchner Versorger SWG zeigt sich dasselbe Bild. Die Netzkosten und der reine Energiepreis sinken, wie SWG-Geschäftsleiter Per Just erklärt. Grund seien günstigere Einkaufsbedingungen an den Strommärkten. In Grenchen aber reicht das nicht aus, um die erwähnte unbeeinflussbare KEV-Abgabe zu kompensieren. Deshalb muss ein mit obigem Beispiel vergleichbarer Grenchner Haushalt 15 Franken oder 1,8 Prozent mehr als 2014 zahlen.

Ebenfalls in Neuendorf werden die Kunden tiefer in die Tasche greifen müssen. Auch hier: Die reine Energie kostet mehrheitlich gleich viel oder gar weniger, wie Linus von Arx, Präsident der Elektra-Kommission, erklärt. Die Netzkosten stiegen aber wegen der Mehrkosten des Vorliegers und des Baus von drei neuen Trafostationen. Im Durchschnitt erhöhten sich die Gesamtkosten für Strom und Netz um 2,7 Prozent. Hinzu werden noch die höheren Abgaben kommen.

Aber die Neuendörfer dürften das verkraften können, verrechnet die Elektra Neuendorf doch regelmässig die tiefsten Strompreise im ganzen Kanton.

Genau denselben Trend teilte die Stadtsolothurner Versorgerin Regio Energie vergangene Woche mit. Der Preis für die elektrische Energie sinkt zwar im Durchschnitt um 8,3 Prozent, dagegen steigen die Netzkosten um 6,2 Prozent und die Abgaben um 17 Prozent an. Fazit: Die Strompreise werden durchschnittlich um 1 Prozent steigen.