Amtsgericht Solothurn-Lebern
Notorischer Betrüger wandert für mehr als vier Jahre hinter Gitter

Das Amtsgericht Solothurn-Lebern verurteilte einen 41-jährigen Mann aus dem Leberberg wegen gewerbsmässigem Betrug und mehrfacher Urkundenfälschung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und zwei Monaten.

Hanspeter Schläfli
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Das Amthaus 2 in Solothurn ist der Sitz des Amtsgerichts Solothurn-Lebern

Das Amthaus 2 in Solothurn ist der Sitz des Amtsgerichts Solothurn-Lebern

Oliver Menge

Benedetto C.* ist der Justiz schon seit 15 Jahren als Betrüger bekannt. Aber auch nach mehreren einschlägigen Vorstrafen ging er weiter unverdrossen seinem unlauteren Nebenerwerb nach. So verkaufte er seiner Nachbarin zum Beispiel für 8000 Franken ein Auto, das gar nicht existierte.

Vertrauen der Opfer ausgenützt

Ein Opfer lernte er zufällig an einer Tankstelle in Grenchen kennen. Benedetto C. gab sich als Computerhändler aus. Mit Briefen von frei erfundenen Geschäftspartnern und gefälschten Zollpapieren fingierte er eine «Jahrhundertgeschäft» und konnte sich so von diesem Opfer rund 68 000 Franken ergaunern.

«Er hat jede sich bietende Gelegenheit gepackt und das Vertrauen seiner Opfer, die sich teilweise selber in einer desolaten finanziellen Situation befanden, skrupellos und schamlos ausgenützt», hiess es denn auch in der Urteilsbegründung.

Ein Berufsbetrüger

In zwanzig Anklagepunkten befand das Amtsgericht, dass es sich um Betrug handelte. «Benedetto C. hat seine Opfer mit frei erfundenen Geschichten arglistig getäuscht und und sie danach immer wieder in ihrem Irrtum bestärkt», begründete Gerichtspräsident François Scheidegger das Urteil. «Der Aufwand an Zeit und Mitteln hat einen Umfang erreicht, dass es einer quasi beruflichen Tätigkeit glich.»

Negativ angerechnet wurde Benedetto C., dass bis heute völlig ungeklärt blieb, was mit den ertrogenen Vermögenswerten wirklich passiert ist. Zudem wurde bei zwei bedingt ausgesprochenen Strafen aus früheren Urteilen vom Amtsgericht nun der Vollzug angeordnet. So kam es unter dem Strich zu einer neuen, gesamthaften Freiheitsstrafe von vier Jahren und zwei Monaten.

Schulden von einer Million

Finanziell wird Benedetto C. wohl nie mehr auf einen grünen Zweig kommen. Es existieren Schuldscheine aus einem Privatkonkurs und neue Betreibungen von zusammen rund einer Million Franken gegen ihn. Im Urteil wird er nun darauf behaftet, allen zwanzig Opfern Schadenersatz zu zahlen. Alle Genugtuungsforderungen wurden aber abgewiesen.

Schutz von Ehefrau und Tochter

Auch die ganzen Verfahrenskosten muss Benedetto C. zahlen. Aber die vom Staatsanwalt geforderte Massnahme, das Urteil mit Namensnennung zu veröffentlichen, wurde abgewiesen. Der Nutzen einer Publikation wäre minim und das Interesse, die Ehefrau und die Tochter zu schützen, wiegt schwerer, meint das Amtsgericht Solothurn-Lebern.

*Name von der Redaktion geändert.