Noch nie wickelten die Amtschreibereien im Kanton Solothurn derart viele Grundbuchgeschäfte ab. 4'463 Käufe wurden 2011 abgeschlossen. Dies entspricht einer Zunahme von 50 Prozent gegenüber 2010 und 36 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Wie die Staatskanzlei mitteilt, führten gleich mehrere Faktoren zu dieser ausserordentlichen Situation. Die teilweise Befreiung von der Handänderungssteuer per 1. Januar 2011 sowie das tiefe Zinsniveau verlockten vor allem im ersten Halbjahr zu Grundstück- und Immobilienkäufen.

Keine zusätzlichen Stellen besetzt

Gegen Ende Jahr seien zusätzlich viele Schenkungen getätigt worden. Ausgelöst wurde dies durch die lancierte Erbschaftssteuer-Initiative, die vorsieht, bei Schenkungen eine nationale Steuer zu bezahlen. In diesem Zusammenhang führten die Amtschreibereien Beratungen durch und stellten zusätzlich 340 Schenkungsverträge aus. «Ein Ansturm, den das Personal der Amtschreibereien nur mit ausserordentlichem Einsatz bewältigen konnte», heisst es.

Die viele Arbeit hätte vom bestehenden Team erledigt werden müssen. Zusätzliche Fachkräfte hätten nicht abgestellt werden können. Daher musste die zusätzliche Arbeitslast mit dem bestehenden Personalbestand erledigt werden.

Trend setzt sich fort

Aber auch in den Betreibungsämtern war die Geschäftslast hoch wie nie. Sie lag rund einen Fünftler über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. 113'069 Zahlungsbefehle wurden zugestellt und 62'918 Pfändungen und 28'152 Verwertungen durchgeführt.

Die Betreibungsgeschäfte nehmen schon seit Jahren kontinuierlich zu. Die Konjunkturschwäche im letzten Jahr verstärkte diesen Effekt noch. (ldu)