Gesundheit
Noch kein positiver Fall – doch der Kanton Solothurn rechnet mit dem Corona-Virus

Noch ist im Kanton Solothurn kein Fall bekannt, aber um den Kanton herum sind mehrere Personen erkrankt: In den Nachbarkantonen Bern, Aargau, Baselland und Basel-Stadt wurden Fälle gemeldet. Darunter sind auch zwei Patienten in Biel und ein Patient in Wangen an der Aare.

Rebekka Balzarini
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Die Spitäler im Kanton haben vermehrt Anfragen wegen des Corona-Virus. Mitarbeitende haben zudem Gesichtsmasken zum privaten Gebrauch verwendet.

Die Spitäler im Kanton haben vermehrt Anfragen wegen des Corona-Virus. Mitarbeitende haben zudem Gesichtsmasken zum privaten Gebrauch verwendet.

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Bis das Coronavirus den Kanton Solothurn erreicht ist es nur noch eine Frage der Zeit. Das gab die Medienverantwortliche des Kantons Solothurn am Montag bekannt. Im Kanton Solothurn waren drei Personen in Quarantäne und es gab 80 Verdachtsfälle. Positiv auf das Virus getestet worden war aber noch niemand.

Anders sieht es in den Nachbarkantonen aus: In Biel gibt es mittlerweile zwei bestätigte Fälle, auch in den Kantonen Aargau, Basel-Stadt und Baselland sind Personen erkrankt.

Die Prävention läuft im Kanton auf Hochtouren: Die Hotline des Kantons, wo Veranstalter, die Anlässe mit über 100 teilnehmenden Personen planen, sich beraten lassen können, wurde bis am Montag Abend 260 Mal benutzt. Der Kanton gibt im Gespräch Empfehlungen dazu ab, ob eine Durchführung als zu hohes Risiko gilt oder nicht.

Theoretisch könnte der Kanton einen geplanten Anlass per Verfügung unterbinden. Laut der Medienverantwortlichen Andrea Affolter war das bisher nicht nötig «auch wenn es manchmal eine längeres Gespräch brauchte».

Noch ohne Rücksprache dürfen Anlässe durchgeführt werden, bei denen weniger als 100 Personen teilnehmen. «Hier setzen wir auf Eigenverantwortung und auf die Risikoabwägung der Veranstalter», sagt Andrea Affolter.

Sie dementierte Gerüchte, wonach im Kanton bald auch Veranstaltung mit mehr als 50 Personen mit dem Kanton abgesprochen werden müssen. «Das ist bisher nicht geplant», betonte sie.

«Erheblicher Aufwand» für die Spitäler im Kanton

Auch die Solothurner Spitäler (soH) sind auf mögliche Fälle im Kanton vorbereitet, so die soH auf Anfrage. Bisher suchen laut Mediensprecher Hannes Trionfini aber nicht mehr Patienten die Notfallstationen auf als in anderen Jahren mit saisonalen Grippen.

Allerdings verzeichne man vermehrt Anfragen von Personen, die sich wegen des Coronavirus Sorgen machen und sich deshalb in den Spitälern melden oder sich per Telefon erkundigen wollen. Diese bedeute einen «erheblichen Aufwand», schreibt Trionfini.

Unerfreulich für das Spital dürfte gewesen sein, dass Mitarbeitende Gesichtsmasken zum privaten Gebrauch verwendet haben. «Als Sofortmassnahme machten wir die Mitarbeitenden umgehend darauf aufmerksam, dass dies weder erlaubt noch geduldet wird.»

Unternehmen müssen mit Einbussen rechnen

Die Auswirkungen des Coronavirus treffen auch die Wirtschaft, das gab das Solothurner Amt für Wirtschaft und Arbeit bekannt. Bereits mehrere Firmen haben in den letzten zwei Wochen laut dem Amt Kurzarbeitsgesuche eingereicht.

«Wir gehen davon aus, dass aufgrund der aktuellen öffentlichen Situation die Anzahl Gesuche zunehmen wird. Theoretisch könnten alle Branchen betroffen sein.» Die meistens Gesuche dürften laut dem Amt aufgrund der teilweise beeinträchtigen internationalen Lieferketten, aus der exportorientierten Produktionsindustrie kommen.

Der Solothurner Gewerbeverband fürchtet einen «immensen» wirtschaftlichen Schaden. Das schreibt Andreas Gasche, der Geschäftsführer des Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverbands in einem Rundschreiben an die Mitgliedsorganisationen. Mit einem Merkblatt versucht der Verband, die wichtigsten Fragen der Mitglieder zu beantworten.

Das Merkblatt stammt von der Dachorganisation der Schweizer KMU, und darin wird vor allem der rechtliche Umgang mit möglichen Folgen des Coronavirus geklärt. Etwa die Fragen, wann eine Lohnfortzahlung geschuldet wird und ob eine Kurzarbeitsentschädigung gefordert werden kann.