Noch zehn Jungunternehmer sind im Rennen um den W.A. de Vigier-Förderpreis, den ältesten und mit 5 x 100'000 Franken auch höchstdotierten Förderpreis für Jungunternehmer in der Schweiz.

Die Solothurner Stiftung vergibt ihren Preis am 30. Mai in Solothurn. Eingereicht worden waren über 220 Projekte, von denen 16 ausgewählt wurden. Nach einem weiteren Assessement sind nun noch zehn im Rennen.

Zu den zehn nominierten Ideen zählen künstlich intelligente Hörgeräte, tragbare Muskeln und unübertroffen langlebig-flexible Kabel. «Die Top 16 waren in diesem Jahr derart beeindruckend, dass die Wahl so schwierig war wie nie zuvor», so Stiftungsratsmitglied Alain Nicod.

Bei der Projektbeurteilung fallen folgende Faktoren ins Gewicht: Die Unternehmerpersönlichkeit, der Innovationscharakter, die gesamtgesellschaftliche Relevanz, die technische und finanzielle Realisierbarkeit sowie Marktchancen und der Arbeitsbeschaffungseffekt.

Die W.A. de Vigier Stiftung sei eine der wenigen Förderer, die den Faktor Mensch systematisch berücksichtige, sagt Geschäftsführerin Regula Buob. «Wir wollen nicht nur bahnbrechende Produkte unterstützen, sondern auch in hervorragende Menschen investieren.» Seit ihrem 29-jährigen Bestehen hat die Stiftung insgesamt über 11 Millionen Franken Startkapital verteilt. Daraus resultierten 84 erfolgreiche Startups.

Dies sind die Top 10

ACUBE Technology AG aus Nidau (BE) – Zugang per Smartphone anstatt via Tickets und Badges

Das Handling von Billetten, Badges und Garagentor-Handsendern ist sowohl für den Nutzer wie auch für den technischen Dienst mühsam und aufwändig. ACUBE nutzt für einfachere Zugänge und automatische Bezahlung das Smartphone. Dank der Kombination aus einem patentierten Ortungssystem mit einer App gehören verlegte Tickets und peinliche Arm-Ausstreck-Manöver vor der Parkhausbarriere bald der Vergangenheit an.

AgroSustain GmbH (VD) – Bio-Fungizide für nachhaltige Landwirtschaft

Produzenten von Landwirtschaftserzeugnissen stehen unter Druck. Um Ernte- und Lagerungsverluste zu vermeiden, werden chemische Fungizide eingesetzt, die sich negativ auf die Biodiversität sowie unsere Gesundheit auswirken. AgroSustain entwickelt ökologische Präventions- und Behandlungsprodukte gegen ein breites Spektrum von Pilzerregern. Interessant sind diese für die Lagerung, für die Holzwirtschaft, Gärtner und Landwirte.

AUDATIC GmbH aus Zürich (ZH) – Bessere Performance von Hörgeräten in lauter Umgebung

Hörgeräte lassen ihre Träger in lärmigen Situationen oft im Stich. AUDATIC setzt neuste Methoden der künstlichen Intelligenz ein, um störende Hintergrundgeräusche herauszufiltern und das Hörerlebnis deutlich zu verbessern. Ob im Restaurant, unterwegs oder beim Geschäftstreffen: Hörgerätenutzer können dank der Technologie von AUDATIC wieder mit mehr Freude und Selbstbewusstsein an Gesprächen teilnehmen.

hemotune AG aus Zürich (ZH) – Revolutionäres Blutreinigungsverfahren bei Sepsis

Das Verfahren von hemotune kann schwer zugängliche Giftstoffe aus dem Blut entfernen. Eigens entwickelte magnetische Nanoteilchen binden sich an die Giftstoffe und können nachfolgend magnetisch abgetrennt werden. In einem Zusatzgerät zur Dialysemaschine werden diese Nanoteilchen mit dem Blut vermischt und mitsamt den Giftstoffen wieder entfernt. Die erste Anwendung wird zur Entfernung von Endotoxinen bei akuter Blutvergiftung entwickelt.

inVoli aus Renens (VD) – Sichere Integration von Drohnen in den Luftverkehr

Zusammenstösse zwischen Drohnen und Flugzeugen werden zunehmend zur Gefahr. inVoli bietet die Infrastruktur für eine sichere Integration von unbemannten Flugobjekten in den bestehenden Luftverkehr. Die Technologie des Waadtländer Startups will Daten zur Flugverkehrslage zugänglich machen und Beteiligte sowie die Flugkörper selbst mit den notwendigen Instrumenten ausrüsten, um die Lüfte sicherer und effizienter zu nutzen.

Myoswiss AG aus Zürich (ZH) – Tragbare Muskeln für Menschen mit Bewegungseinschränkungen

Myoswiss entwickelt den Myosuit: Eine Kleidungsschicht aus tragbaren Muskeln, die alltägliche Aktivitäten unterstützt. Die Lösung kombiniert Robotik und funktionelle Textilien in einem bequemen Produkt, das weniger als fünf Kilogramm wiegt. Neuartige Algorithmen gekoppelt mit Sensorik und Aktorik kontrollieren die unterstützenden Kräfte während den Bewegungen des Nutzers.

nanoleq GmbH aus Zürich (ZH) – Eine neue Generation von Kabeln

Kabel sind anfällig. Dies ist z.B. bei medizinischen Geräten oder Fabrikrobotern ein Problem. nanoleq entwickelte eine fundamental neue Art von Kabeltechnologie. Unter mechanischer Belastung weist das FlexOne Kabel des Zürcher Startups eine bis zu hundertmal höhere Lebensdauer auf als ein Standardkabel und behält seine hohe Flexibilität. Die Zielmärkte von nanoleq liegen in der Medizinaltechnik, in high-end Audioanwendungen und in der Robotik.

Sensoryx AG aus Zürich (ZH) – Gefühlsechteres Eintauchen in die virtuelle Welt

Bisher mussten Nutzer störende Steuerelemente in den Händen halten anstatt direkt mit der virtuellen Welt interagieren zu können. VRfree ist ein mobiles 3D-Trackingsystem, das Hände und Finger vollumfänglich im Cyberspace abbildet und ein buchstäblich greifbares Eintauchen in die virtuelle Welt ermöglicht. Diese Lösung kombiniert verschiedene Sensortypen und bietet eine realitätsidentische, mobile Bewegungserfassung ohne Verzögerung.

SUN bioscience aus Lausanne (VD) – 3D-Zellkulturen für effektivere Behandlungsentscheide

SUN bioscience bringt eine Plattform für standardisierte organoide 3D-Zellkulturen auf den Markt, die patientenspezifische Tests für die direkte Wirksamkeit von Behandlungen erlauben. Heutige Methoden, die auf Biomarkern beruhen, sind oft unzureichend verlässlich. Die Lösung von SUN bioscience optimiert Medikationsentscheidungen und vermeidet unwirksame Therapien. Dies ermöglicht milliardenschwere Einsparungen im Gesundheitswesen.

Touchless Automation GmbH aus Biel (BE) - Kontaktloses Handling von Mikrokomponenten

Touchless Automation bietet innovative Lösungen für jede Industrie, die Mikrokomponenten verarbeitet. Sobald die sensiblen Mikrokomponenten berührt werden, besteht die Gefahr des Verkratzens, der Verschmutzung oder sonstiger Beschädigungen. Die Lösung des Bieler Startups kann Komponenten aller Materialien bewegen – völlig kontaktfrei.