Kanton Solothurn
Nilgans, Rostgans, Marderhund und Waschbär: Gebietsfremde Arten breiten sich aus

Merken
Drucken
Teilen
Ein Waschbär unterwegs auf dem Nesselboden, von einer Fotofalle dokumentiert am 14. Juli 2020.

Ein Waschbär unterwegs auf dem Nesselboden, von einer Fotofalle dokumentiert am 14. Juli 2020.

zVg Dolf Hess

Die Nilgans wie auch die Rostgans sind sogenannte «gebietsfremde Arten» – im Fachbegriff auch als Neozoen bezeichnet. Bei der schweizerischen Vogelwarte Sempach ist dazu zu erfahren, dass man von Neozoen oder gebietsfremden Tierarten spreche, wenn sich Arten ausserhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets mit direkter oder indirekter Hilfe durch den Menschen ansiedeln.

Einige Arten hat der Mensch aktiv ausgesetzt, insbesondere zu Jagdzwecken. Ein bekanntes Beispiel einer solchen Aussetzung ist der Jagdfasan. Neozoen gibt es nicht nur bei den Vögeln, sondern auch bei den Säugetieren. Beispiele sind der Marderhund (ursprünglich Asien) und der Waschbär (Nordamerika).

Neozoen gibt es auch bei den Säugetieren, wie beispielsweise der Marderhund.   

Neozoen gibt es auch bei den Säugetieren, wie beispielsweise der Marderhund.   

Keystone

Beide Tierarten stammen von Vorfahren ab, die aus Pelzfarmen entwichen sind. Der Marderhund wurde in der Nordschweiz bis jetzt vereinzelt nachgewiesen. Vom Waschbären, der in einzelnen deutschen Städten schon zu einer veritablen Plage wurde, gibt es deutlich mehr Nachweise.

Dem ehemaligen Förster und aktiven Jäger Dolf Hess (Rüttenen) tappten in der Region Solothurn schon zweimal im Rahmen des Luchs-Monotorings Waschbären in die Fotofalle: Erstmals 2017 oberhalb von Lommiswil und diesen Sommer unterhalb des Weissensteins auf dem Nesselboden, wie das Bild oben zeigt. Waschbären und Marderhunde können als Neozoen ganzjährig erlegt werden.

Keine Neozoen sind Arten, die in der Schweiz ursprünglich gelebt haben und hier wieder heimisch wurden. Bekannte Beispiele sind Luchs, Wolf und Braunbär. Auch Arten, die von sich aus in der freien Wildbahn einwandern, sind keine Neozoen. Hierzu zählt der Goldschakal, der aus Indien und dem Nahen Osten stammt und über den Balkan bis nach Ungarn und Österreich gelangte. In der Schweiz werden seit 2011 einzelne Exemplare bestätigt. Wie Wolf, Luchs und Braunbär ist auch der Goldschakal bei uns eine geschützte Tierart. (pbg)