Niederbipp/Wolfisberg
Niederbipp und Wolfisberg nähern sich an

Die Gemeinden Niederbipp und Wolfisberg sollen fusionieren: Eine Arbeitsgruppe empfiehlt den Stimmberechtigten der beiden Gemeinden, dem Fusionsvertrag an der Urnenabstimmung am 19. Mai zuzustimmen.

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Die Gemeinde Wolfisberg

Die Gemeinde Wolfisberg

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Der grosse Wurf – die Fusion mehrerer Gemeinden im Bipperamt im Rahmen des Projektes Oberaargau Nord – scheiterte bereits im Ansatz kläglich. Die Stimmberechtigten der beteiligten Gemeinden schickten das Abklärungsprojekt im September 2017 an der Urne insgesamt deutlich bachab.

In der Gemeinde Wolfisberg stimmte aber eine grosse Mehrheit der Stimmberechtigten einer Fortführung des Fusionsprojekts zu. Auch die Gemeindebehörden von Wolfisberg erachten einen Anschluss ihres Dorfes an eine andere Gemeinde als dringend angezeigt. Die Gemeinde Niederbipp ihrerseits machte klar, dass das «Nein» zu einer Grossfusion in der Subregion Oberaargau Nord keine Ablehnung zur «Aufnahme» kleinerer Nachbargemeinden, namentlich der Gemeinde Wolfisberg, in die Gemeinde Niederbipp sei.

Projekt gemeinsam fortgesetzt

Deshalb beschlossen die zuständigen Organe der zwei Gemeinden gleich nach der Abstimmung im September 2017 die Aufnahme von Fusionsverhandlungen und den Start eines entsprechenden Projektes. Nun liegt der Grundlagenbericht der damals eingesetzten interkommunalen Arbeitsgruppe vor, der die Chancen und Risiken einer Fusion darstellt.

Die «Heirat», so sehen es die Behörden beider Gemeinden vor, soll per 1. Januar 2020 erfolgen. Am kommenden Montag bzw. Dienstag werden die Ergebnisse der Bevölkerung in beiden Dörfern präsentiert. Dies im Hinblick auf die bereits am 19. Mai stattfindenden Urnenabstimmungen.

Ursprüngliches Ziel war es gewesen, den Stimmberechtigten bereits im September 2018 eine Vorlage zu unterbreiten – mit einer Fusion per 1. Januar 2019. Gestützt auf die ersten Abklärungen der Teilprojekte konnte die Arbeitsgruppe Ende Mai 2018 einen ersten Entwurf des Fusionsabklärungsberichts, des Fusionsvertrags und des Fusionsreglements zur Kenntnis nehmen. Da einzelne Fragen vertiefter Abklärung bedurften und zusätzliche Abklärungen durchzuführen waren, wurde der Fusionszeitpunkt um ein Jahr verschoben.

«Chance für beide Partner»

Der Bericht an die Stimmberechtigten stellt die Fusion als «Chance für beide Partner» dar. Mit der vorgesehenen Fusion wird die Einwohnergemeinde Wolfisberg in die administrative Struktur der Einwohnergemeinde Niederbipp eingebettet. «Mit einer Grösse von rund 5000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Niederbipp in der Lage, die Erfüllung der kommunalen Aufgaben – alleine oder im Verbund mit anderen Gemeinden – nachhaltig zu gewährleisten», heisst es dazu im Bericht an die Bevölkerung. «Die Bewohnerinnen und Bewohner von Wolfisberg profitieren damit von einer zukunftsfähigen Struktur und Organisation der Gemeinde sowie von einem sehr gesunden Finanzhaushalt der Einwohnergemeinde Niederbipp», wird die Fusion den Einwohnern des «Juniorpartners» schmackhaft gemacht.

Auf der anderen Seite werde Niederbipp bei einer Fusion um die schöne Ortschaft Wolfisberg ergänzt «und damit um eine Facette reicher». Wolfisberg werde auch bei einer Fusion seine «Identität als Dorf» weitgehend behalten. Konkret heisst es dazu: «Insbesondere werden kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen – wie beispielsweise der jährlich stattfindende Neujahrsapéro und die 1. August-Feier – auch nach der Fusion durchgeführt.» Die Einwohnergemeinde Niederbipp könne mit dem Ja zur Fusion zeigen, «dass sie ihre Verantwortung als regional starke, sich weiter entwickelnde Gemeinde wahrnimmt». Dazu gehöre auch die Solidarität mit kleineren Gemeinden, «die alleine kaum über die Struktur verfügen, um die Herausforderungen der Zukunft sicher zu meistern». Auf den Finanzhaushalt von Niederbipp habe die Aufnahme von Wolfisberg jedenfalls «nur einen sehr geringen Einfluss». (szr)

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