Regierungsratswahlen 2017
Nicole Hirt: «Eine solche Chance habe ich möglicherweise nicht noch einmal»

Nicole Hirt wurde für die Regierungsratswahlen nominiert. Die 52-jährige Grenchner GLP-Kantonsrätin sieht die Kandidatur als grosse Chance.

Elisabeth Seifert
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Nicole Hirt, GLP-Kantonsrätin

Nicole Hirt, GLP-Kantonsrätin

Hanspeter Bärtschi

Sie sind Vertreterin einer Fünf-Prozent-Partei: Können Sie sich wirklich echte Chancen auf einen Regierungsratssitz ausrechnen?

Nicole Hirt: Für mich persönlich ist diese Kandidatur eine grosse Chance. Eine Chance, die ich möglicherweise nicht noch einmal haben werde. Und was die Partei betrifft: Wenn wir nicht antreten würden, dann wäre die Chance auf einen Sitz in der Regierung gleich Null. Mit meiner Kandidatur gibt es eine gewisse Wahrscheinlichkeit.

Wollen Sie mit Ihrer Kandidatur nicht in erster Linie der GLP Schub für die Kantonsratswahlen verleihen?

Wir hoffen natürlich, dass die verstärkte Präsenz sich positiv auf das Resultat bei den Kantonsratswahlen niederschlägt. Es wird aber sehr schwer sein herauszufinden, ob das wirklich so ist. Vor allem aber: Dieser hoffentlich positive Nebeneffekt ist sicher nicht der Hauptgrund für meine Kandidatur.

Als Vertreterin einer Kleinpartei sind Sie auf Wählerstimmen aus anderen Parteien angewiesen. Wo wollen Sie Stimmen abholen?

Aus dem Lager der Freisinnigen und auch der SVP hört man, dass einige Wählerinnen und Wähler mit den offiziellen Kandidaten ihrer Parteien nicht zufrieden sind. Das sind vor allem jene, die sich eher in der politischen Mitte positionieren. Diese wollen wir ansprechen.

Die GLP versteht sich als wirtschaftsfreundliche Partei: Welche wirtschaftspolitischen Ziel vertreten Sie?

Die Förderung der neuen erneuerbaren Energien erachte ich als eine grosse Chance für die Wirtschaft. Damit der Cleantech-Bereich weiter wachsen und Arbeitsplätze schaffen kann, braucht es einen Abbau der Bürokratie. Dafür will ich mich einsetzen.

Ihre Partei vertritt auch soziale Positionen: Wie halten Sie es damit?

In erster Linie vertrete ich grüne und liberale Standpunkte. Im sozialen Bereich ist es mir wichtig, dass alle Menschen gleiche Chance haben. Kritisch eingestellt bin ich gegenüber Personen, welche die hohle Hand machen, ohne etwas dafür leisten zu wollen.

Warum braucht es Sie in der Solothurner Regierung?

Ich bin jemand, der offen sagt, was er denkt. Ich bin ehrlich und scheue mich nicht davor, Probleme auch wirklich anzusprechen. Allzu oft wird heute von Politikerinnen und Politikern um den heissen Brei herumgeredet.