Kanton Solothurn

Nicht studierfähig? Kanti-Schüler sollen Stofflücken online füllen

In einer Prüfung pro Kanti-Laufbahn werden Schülerinnen und Schüler künftig darauf getestet, ob sie die Kompetenzen für die allgemeine Studierfähigkeit beherrschen.

Wer nicht studierfähig ist, wird an den beiden Kantonsschule voraussichtlich ab nächstem Schuljahr zusätzlich gefördert. So muss online Übungen machen, wer gewisse Kompetenzen nicht beherrscht. Auch zusätzlichen Förderunterricht will man nicht ausschliessen.

Wer in der Schweiz Matur macht, kann alles studieren. Nur: Wer Matur macht, ist nicht automatisch studierfähig. – Das besagt zumindest eine Studie, die vor einigen Jahren erschienen ist. In Deutsch und Mathematik haben manche Schülerinnen und Schüler Lücken.

Auf dieses Problem mussten alle Kantone reagieren. Im Kanton Solothurn haben die beiden Kantonsschulen Solothurn und Olten dieses Schuljahr in den Lehrplänen sogenannte «basale fachliche Kompetenzen zur allgemeinen Studierfähigkeit» aufgenommen. Beim komplizierten Begriff handelt es sich um die Kompetenzen, die die jungen Menschen für ein Studium brauchen.

Nun haben sich die Verantwortlichen der Kantonsschulen auch darauf geeinigt, wie man überhaupt prüft, ob Kompetenzen erfüllt werden – und was mit denjenigen geschieht, die sie nicht erreichen. Denn klar ist: Wer in Deutsch oder Mathematik zu wenig gut ist, soll sich nicht mit guten Noten in anderen Fächern durch die Matur mogeln können.

So erklärt Christina Tardo-Styner, Konrektorin der Kanti Solothurn, von nun an würden die Lehrpersonen in den einzelnen Prüfungen ausweisen, welche der Fragen eine sogenannte basale Kompetenz prüft. Zudem absolviert jeder Kantischüler und jede Kantischülerin während ihrer Kanti-Karriere einmal eine Prüfung – wohl in der Mitte der Schulzeit, in welcher explizit die basalen Kompetenzen geprüft werden.

Und was, wenn die nicht erreicht werden? Hier wollen die Kantonsschulen mit einer Software arbeiten, die derzeit noch in St. Gallen getestet wird. Mit dem «Lernnavi» können Schüler online ihre Kompetenzen testen und auch gleich Übungen machen, wenn sie Lücken haben. «Wir hoffen, dass wir das Lernnavi auf nächsten Sommer hin einführen können», so Tardo-Styner.

Bis dahin könnten Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler mit zusätzlichem Übungsmaterial selbstständig überbrücken. Zusätzlichen Förderunterricht wolle man «nicht ausschliessen», so die Konrektorin. Wenn, dann würde dieser schulintern aber so umgesetzt, dass keine zusätzlichen Kosten entstehen würden.

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