Solothurn

«Nicht gekommen, um eine Rezession zu verkünden»: Credit Suisse präsentiert ihre Wirtschafts-Perspektiven

Firmenkundenanlass der Credit Suiss in Solothurn. (Symolbild)

Firmenkundenanlass der Credit Suiss in Solothurn. (Symolbild)

Am Firmenkundenanlass der Credit Suiss zu den Wirtschafts-Perspektiven in Solothurn geht man von einem robusten Wirtschaftswachstum aus.

Die Solothurner Exportindustrie schwächelt. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 präsentierte sich die Nachfrage nach Solothurner Exportgütern zwar von Monat zu Monat volatil, insgesamt resultierte aber ein Anstieg um 2,3 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Seit Juni allerdings stellten sich deutliche Rückgänge ein. Die letzten schwachen Monate führten dazu, dass sich das bisherige Jahresergebnis ins Negative drehte.

Die Aussichten sind also nicht gerade rosig. Da war es für die Gäste des Firmenkundenanlasses zu den Wirtschafts-Perspektiven der Credit Suisse in Solothurn doch einigermassen beruhigend, dass ihnen der Leiter Konjunkturanalyse Schweiz Claude Maurer gleich zu Beginn verkündete: «Ich bin nicht gekommen, um eine Rezession zu verkünden.» Seine Einschätzung für die Entwicklung im kommenden Jahr: Sie wird in etwa gleich verlaufen wie 2019. Die produzierende Industrie schwächle zwar etwas, insgesamt gehe man aber von einem «einigermassen robusten» Wirtschaftswachstum aus. Und: Man registriere immer noch ein Beschäftigungswachstum, auch in der Industrie gebe es trotz schwierigeren Zeiten keine Hinweise für einen bevorstehenden flächendeckenden Stellenabbau. Das sind wenn auch nicht gerade begeisternde, so doch auch keine alarmierenden Aussichten.

CS-Analyst Claude Maurer wusste sie im Solothurner Landhaus mit einer Prise Humor gespickt zu präsentieren. Auf die Frage etwa, wie er die Entwicklung des Arbeitsmarkts einschätze – ob zum Beispiel die Digitalisierung viele Arbeitsplätze vernichte, meinte er: «Die Steinzeit ging auch nicht zu Ende, weil es keine Steine mehr gab.» Will heissen: Im Wandel steckt immer auch eine Chance. So wird zum Beispiel der steigende Druck auf den Detailhandel durch Verlagerungen in Online-Angebote nicht ohne Auswirkungen bleiben, dafür entsteht aber auch ein neuer Bedarf etwa in der Logistik.

Auf regionalspezifische Prognosen ging der Referent nicht ein, die Perspektiven zu den verschiedenen Branchen gelten aber selbstredend auch für die Wirtschaft im Kanton: Zulieferer der Automobilindustrie können kaum auf eine rasche Entspannung der schwierigen Lage hoffen, auch in der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie schätzt der CS-Experte die Entwicklung im nächsten Jahr «ähnlich wie 2019» ein, für die Uhrenindustrie sieht er eine stabil bleibende Nachfrage und gut sieht es auch für die im Kanton wichtige Medizinaltechnik aus: eher stagnierende Exporte, dies allerdings auf dem rekordhohen Niveau von 2018. Nach wie vor optimistisch darf man im nicht-exportorientierten Gewerbe in die Zukunft blicken, der Binnenkonsum profitiert von der stabilen Arbeitsmarktlage. (mou)

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