Corona-Virus

Nicht arbeiten wegen Schulen- und Kita-Schliessung? Diese Rechte haben Arbeitnehmer

Am Sonntagnachmittag kommunizierte der Kanton, dass Kindertagesstätten, Horte und Spielgruppen den «regulären Betrieb» einstellen müssen. (Symbolbild)

Am Sonntagnachmittag kommunizierte der Kanton, dass Kindertagesstätten, Horte und Spielgruppen den «regulären Betrieb» einstellen müssen. (Symbolbild)

Nachdem der Schulbetrieb am Freitag eingestellt und am Sonntag die Einstellung des regulären Kitabetriebs im Kanton Solothurn beschlossen wurden, sehen sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit neuen Herausforderungen konfrontiert.

Nach der Verkündung der Schulenschliessung von Seiten des Bundes und der Einstellung des regulären Betriebs in Kindertagesstätten, Horten und Spielgruppen stehen viele Eltern vor neuen Herausforderungen. Die telefonische Anlaufstelle des Amts für Wirtschaft und Arbeit war am Montag darauf überbelastet. Die Gewerkschaft VPOD informiert Arbeitnehmer auf ihrer Webseite über Lohnzahlungen in der Corona-Zeit. 

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst

Bei Pflege eines kranken Kindes:

  • Muss ein Arbeitnehmer ein krankes Kind pflegen, so stehen ihm gegen Vorlage eines Arztzeugnisses grundsätzlich drei freie Betreuungstage zu. Ist die Lohnfortzahlung im Arbeitsvertrag nicht geregelt, so fällt der Fall unter Arbeitsverhinderung nach OR 324a und der Lohn muss von Seiten des Arbeitgebers entsprechend gezahlt werden.
  • Dauert die Pflege eines Kindes länger, so können die Eltern weiterhin zu Hause bleiben. Dafür wird in der Regel aber kein Lohn ausgezahlt.
  • Im Falle einer Pandemie wird jedoch von einer Wiederaufnahme der Arbeit nach drei Tagen abgeraten. 

Keine Betreuungsmöglichkeiten in Schule oder Kita:

  • Gemäss ZGB 276 ist das Sorgen für die Kinder von Seiten der Eltern gesetzliche Pflicht. Nach Art. 324a OR muss der Arbeitgeber einem Arbeitnehmen, der unverschuldet an der Arbeitsleistung verhindert ist, weiterhin einen Lohn auszahlen. Die Eltern seien aufgefordert, Absenzen durch angemessene Organisation zu verhindern.
  • Im Falle einer Pandemie sei die kollektive Betreuungsform jedoch nicht zu empfehlen. Der VPOD fordert folglich eine Fortzahlung des Lohns im Zeitraum der Kita- und Schulschliessung.

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