Wirtschaftsbeziehung

Nicht alle Solothurner Firmen haben in China Erfolg

Bimbosan expandierte erfolgreich nach China. Jetzt liebäugelt die Firma mit weiteren asiatischen Märkten.

Bimbosan expandierte erfolgreich nach China. Jetzt liebäugelt die Firma mit weiteren asiatischen Märkten.

Der Babynahrungsmittelhersteller Bimbosan fasst definitiv Fuss in China. Die Confiserie Suteria ist jedoch am Kämpfen.

China lockt mit einem Riesenpotenzial an Kunden. Ebenso riesig sind aber auch die Herausforderungen für einen erfolgreichen Markteintritt. Nicht alle «China-Abenteurer» sind gleich gut gestartet, wie zwei Beispiele aus der Solothurner Firmenlandschaft zeigen.

Von Welschenrohr nach China

Seit Anfang 2013 ist die vergleichsweise kleine Babynahrungsmittelherstellerin Bimbosan AG in Welschenrohr auf dem chinesischen Markt präsent. «Mit grossem Erfolg», sagt Firmenchef Daniel Bärlocher. Denn inzwischen sei das Riesenland zum grössten Exportmarkt gewachsen. 80 Prozent der Ausfuhren würden dort abgesetzt.

Im Visier hat Bärlocher aber auch andere asiatische Märkte wie Malaysia, Indonesien, Vietnam oder Indien, aber auch Brasilien oder Russland hätten Potenzial. Insgesamt betrage der Exportanteil aktuell rund 30 Prozent. Ziel sei es, diesen auf über 70 Prozent zu steigern. Der Umsatz der Firma liegt bei rund 20 Millionen Franken.

Bärlocher ist überzeugt, dass die Exportoffensive nach Osten gelingt. «Die Asiaten haben eine sehr hohe Affinität zu Schweizer Produkten. Es kann gar nicht schweizerisch genug sein.» Gerade im von Babymilch-Skandalen geplagten China sei dies ein wichtiges Argument. Wenn es einem Schweizer Nahrungsmittelhersteller gelinge, das Vertrauen der Konsumenten zu gewinnen, seien diese auch bereit, «etwas mehr für einen Top-Brand mit hochwertiger Qualität zu zahlen».

Vertriebspartner ist entscheidend

Das in den 1930er-Jahren gegründete Unternehmen Bimbosan – Ende 2011 wurde es von der Zuger Beteiligungsgesellschaft Pezula Holding AG übernommen – hat in den vergangenen Jahren mehrere Millionen in den Standort Welschenrohr und in die Marke investiert. Wieso Bimbosan im «Hochlohnland» ausbaut und nicht im günstigeren Ausland, hat für Bärlocher einen einfachen Grund: «Unsere Kunden im Ausland wollen explizit Nahrungsmittel ‹Made in Switzerland›.» Deshalb stärke Bimbosan den Standort Schweiz und pflege die eigene Lieferkette.

Von einigen Ausnahmen wie Reis oder Mais abgesehen, stammten, so Bärlocher, alle Inhaltsstoffe aus der Schweiz, meistens in Bio-Qualität. Kurz: «Für uns als Schweizer Herstellerin eines Nahrungsmittels macht es keinen Sinn, eine Produktion im Ausland aufzubauen.»

Der Bimbosan-Chef will die mit China verbundenen Risiken nicht negieren. Aber China sei ein riesiger Absatzmarkt mit einer stark wachsenden Mittelschicht. Und das Image für Schweizer Produkte sei wirklich sehr, sehr gut. Das Wichtigste für den Erfolg sei aber, in China einen vertrauenswürdigen, kompetenten und zuverlässigen Partner für den Vertrieb zu finden. «Da haben wir Glück gehabt.»

Solothurner Truffes für China

Für die Solothurner Confiserie Suteria begann das «Abenteuer China» im Herbst 2014. Die Idee, als erster Schweizer Confiseur mit einer eigenen Filiale in China Fuss zu fassen, entstand im Kontakt mit der Hochschule für Wirtschaft an der FHNW in Olten. Der in der Millionenmetropole Harbin in Nordostchina angesiedelte Schulableger Swiss SME Research Center China leistete viel Vorarbeit. «Wir haben in einem Einkaufscenter eine Ladefläche gemietet und die ersten 500 Kilogramm Pralinés, Truffes und Tafelschokolade von Solothurn nach Harbin geschickt», erinnert sich Firmenchef und -Inhaber Michael Brüderli.

China ist aber ein schwieriger Markt, auch für einen Solothurner Confiseur. Sechs Monate nach dem Start musste die Suteria den Laden mangels Nachfrage wieder schliessen. Aber Brüderli ist Unternehmer und gibt nicht so schnell auf. Das auch, weil das finanzielle Risiko absolut überschaubar sei. Das Unternehmen mit 80 Angestellten und fünf Verkaufspunkten in Solothurn, Olten und Langenthal sowie der Produktion in Solothurn werde keineswegs aufs Spiel gesetzt. «Ich glaube immer noch an einen erfolgreichen Eintritt in den chinesischen Markt.» Die weiteren Schritte seien zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht spruchreif.

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