Den Autoschlüssel abgeben und sich nach Hause fahren lassen, wenn er oder sie sich nicht mehr fit fühlt zum Autofahren. Und das erst noch gratis. Mit diesem Angebot im Monat Dezember – bis und mit der Silvesternacht – hat sich die Aktion Nez Rouge schweizweit und auch in der Region Oberaargau/Solothurn längst etabliert.

Von Jahr zu Jahr kann die Organisation, die sich dem Sicherheitsgedanken verschrieben hat, neue Rekorde vermelden.

190 Fahren an Silvester

In der Region Solothurn/Oberaargau liessen sich 1490 Personen von den freiwilligen Nez Rouge-Mitarbeitenden nach Hause chauffieren. Das sind 53 mehr als noch 2014, wie es in einer Mitteilung heisst. «Auch bei der Anzahl Fahrten konnten wir uns von 660 auf 702 Einsätze steigern», hält Mediensprecher Bruno Santschi fest. Diese Zunahme bedeutet einen Zuwachs von sechs Prozent. Und dies, obwohl die Freiwilligen von Nez Rouge aufgrund der Lage der Feiertage um einen Tag weniger im Einsatz standen als im 2014.

Allein in der Silvesternacht leistete Nez Rouge in der Region 190 Fahrten. 37 Zweier-Teams waren in der Nacht zwischen den Jahren unterwegs. Im Einsatz standen über Silvester total 83 Freiwillige. Neben den Fahrerinnen und Fahrern koordinierten weitere neun Personen die Einsätze in der Zentrale in Balsthal, wie Bruno Santschi weiter ausführt. Abgesehen von Silvester war Nez Rouge in der Nacht vom 18. auf den 19. Dezember am stärksten gefragt. 73 Mal rückten die Teams in jener Nacht aus.

Waren in der Silvesternacht 37 Teams im Einsatz, waren es an den übrigen Tagen im Dezember jeweils zehn bis zwölf Zweierteams. Und zwar immer in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag, zudem vom 23. Dezember bis und mit 26. Dezember und dann noch einmal in der Silvesternacht. Von 22 Uhr an – bis 3.30 Uhr – konnten sich angeheiterte Festbesucherinnen und Festbesucher bei Nez Rouge melden. Lag der Veranstaltungsort irgendwo zwischen Olten und Bettlach sowie zwischen dem Passwang und Huttwil war die Sektion Solothurn/Oberaargau zuständig. Und zwar ganz egal, wo der Fahrgast zu Hause war. In der Silvesternacht etwa habe ein Team seine Fahrgäste bis nach Neuenburg gefahren, so Santschi.

Ermöglicht wird die Aktion Nez Rouge durch den Einsatz von Freiwilligen sowie einer Reihe nationaler und regionaler Sponsoren. Letztere unterstützen Nez Rouge mit Werbung, Fahrzeugen und Verpflegung. Beigetragen zum diesjährigen Erfolg der Aktion habe unter anderem auch das Wetter, unterstreicht Mediensprecher Bruno Santschi. Der milde Dezember und der ausbleibende Schnee hätten für sehr gute Strassenverhältnisse gesorgt, was ein rasches Vorwärtskommen ermöglicht habe. (szr)