Bilanz
Nez Rouge als sicherer Wert für Fahruntüchtige

Die «Roten Nasen» erfreuen sich grosser Beliebtheit: Über die Feiertage legten die Freiwilligen über 800 Fahrten zurück und begleiteten 1664 Personen nach Hause.

Severin Bommer
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Hanspeter Bärtschi

Bereits das zwölfte Jahr besteht der Fahrdienst Nez Rouge in der Region Solothurn/Oberaargau. In den vierzehn Einsatznächten während den Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen wurden gesamthaft 809 Fahrten durchgeführt. Spitzenreiter war die Silvesternacht mit 170 Fahrten. Total wurden 1664 Personen in deren Auto nach Hause gefahren, wofür 411 Freiwillige im Einsatz standen. Es wurden insgesamt 33'543 km zurückgelegt.

Verkehrssicherheit erhöhen

Das Ziel der Organisation ist einfach: Nez Rouge will die Anzahl der Verkehrsunfälle, die durch eingeschränktes Fahrvermögen verursacht werden, reduzieren und damit so vielen Personen wie möglich eine unbeschwerte Weihnachtszeit ermöglichen. Es ist nicht immer der Alkohol, der das Fahrvermögen beeinträchtigt. Manchmal sind es auch Müdigkeit und Medikamente, die dazu veranlassen im Dezember zum Telefon zu greifen und den kostenlosen Heimfahrservice in Anspruch zu nehmen. In den 11 Monaten in denen Nez Rouge nicht aktiv ist, empfiehlt die Organisation die Idee des «Designate Driver»-Prinzips, welches vorsieht, dass Feiernde im Voraus einen Fahrer bestimmen, der die anderen sicher nach Hause fährt.

Der Sicherheitsgedanke, der hinter Nez Rouge steht, scheint in der Bevölkerung der Region definitiv angekommen zu sein. Dieser Schluss lässt sich aus der erfolgreichen Aktion 2017 ziehen. Schon zum Start am ersten Dezemberwochenende hatten die Helferinnen und Helfer keine freie Minute. Am 1. Dezember kurz nach 22 Uhr klingelte das Telefon zum ersten Mal und innert kurzer Zeit waren alle Teams unterwegs. An den ersten zwei Wochenenden der diesjährigen Aktion brachte die Organisation 381 Personen in 194 Fahrten sicher nach Hause, was 22 Fahrten und 40 Personen mehr als im Vorjahr entspricht. Die hohe Nachfrage von Anfang Monat blieb konstant und die stärkste Nacht vor Silvester war jene vom 22. auf den 23. Dezember mit 88 Fahrten.

Viele Helfer

Eine solch grosse Anzahl Fahrten bedarf natürlich vieler Freiwilliger. «Das Alter der Freiwilligen ist bunt durchmischt und reicht von 20 bis 70 Jahre», sagt Monika Kummer, Medienverantwortliche von Nez Rouge Solothurn. Sie betont, dass es den 411 Freiwilligen ein grosses Anliegen ist etwas für die Unfallverhütung zu tun. «Der Einsatzwille der Helferinnen und Helfer ist so gross gewesen, dass sogar jemand bis nach Zürich begleitet wurde.»

Neue Unterkunft

Wie seit dem Jahr 2012 üblich, bezog Nez Rouge auch dieses Jahr wieder Räumlichkeiten im Feuerwehr-Ausbildungszentrum ifa in Balsthal. Lange hatte die Einsatzzentrale in Schulungscontainern auf dem Gelände untergebracht werden müssen, doch dieses Jahr gab es erstmals die Gelegenheit sich im geräumigeren und komfortableren neuen Gebäude der ifa einzurichten.

Mittlerweile haben die Nez Rouge-Verantwortlichen ihre Zelte wieder abgebrochen und schauen auf eine gelungene Aktion 2017 zurück. Monika Kummer: «Sicher wird Nez Rouge auch nächstes Jahr wieder bereitstehen und zur Weihnachtszeit den Strassenverkehr sicherer machen.»

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