Die ganz spezielle Nacht im Schlösschen Vorderbleichenberg erntete bereits zu Beginn Vorschusslorbeeren. «Eine wunderbare Kulturnacht», begrüsste nämlich Hans-Ruedi Wüthrich, Präsident des Anzeigerverbandes Bucheggberg-Wasseramt, die zahlreichen Anwesenden, ganz speziell aber die jungen Künstlerinnen und Künstler. 20 Projekte wurden von jungen Kunstschaffenden im Alter von 16 bis 26 Jahren für den zur Tradition gewordenen Kulturförderpreis eingereicht.

«Dass wir Kunst vermitteln dürfen, ist für unseren Verein wichtig», sagte Barbara Flury, Präsidentin des Schlösschens Vorder-Bleichenberg. Kunst sei eine Ausdrucksform, eine Kommunikationsform und eine Brückenbauerin zwischen Menschen und an diesem Abend ganz besonders auch zwischen Generationen. «Wir alle sind neugierig, was euch bewegt und inspiriert», wandte sie sich an die jungen Leute.

Einen ersten Eindruck von den künstlerischen, musikalischen und dichterischen Inspirationen erhielten die Besucher an der Gruppenausstellung, die acht Projekte umfasst. Gabriella V. Affolter, Kunstvermittlerin und Kuratorin, führte in die Ausstellung ein. Zu sehen sind fotografische und audiovisuelle Installationen, ein austauschbares Brillensystem, eine Kinderbuch-Illustration, Filme von Tanz, Prinzessinnen und vom «Aaremürli» sowie ein Game, das im Herbst im App Store erhältlich ist. Vom jugendlichen Enthusiasmus mitreissen lassen durften sich die Anwesenden aber auch durch das lebhafte Abendprogramm mit Tanz, Jazz, Lesung und Rap.

Die Kulturpreisträger

Höhepunkt der langen Nacht bildete die feierliche, «oscarmässige» Verleihung der acht Kulturförderpreise von total 21'000 Franken, gespendet vom Anzeigerverband Bucheggberg-Wasseramt und der AZ Anzeiger AG. Eine 13-köpfige Jury mit Prominenten aus allen Kulturbereichen hatte die acht Glücklichen, die alle ganz spezielle Studiengänge belegen, ausgewählt. In einem kurzen Film sowie der Laudatio eines Jurymitgliedes erfuhren die Besucher mehr über die jeweiligen Preisträger. Die sympathischen Interviews von Moderatorin Sandra Boner brachten ganz Persönliches hervor.

Mit dem Hauptpreis von 5000 Franken ausgezeichnet wurde die Schauspielerin sowie begeisterte Tänzerin und Soulsängerin Steffi Friis (Langendorf). Rollen hat sie etwa in «Die Göttliche Ordnung», «Die letzte Pointe» sowie in «Tatort» bereits innegehabt. Als audiovisuelles Meisterstück entpuppte sich ihr abgespielter Prinzessinnen-Film.

Mit 3000 Franken belohnt wurde der Gitarrist Silvan Joray (Gerlafingen), der den Preis mit seinem Musikerkollegen am Klavier, Juri Storione, teilt. Ihr Können bewiesen sie zu Beginn des Abends.

Ebenfalls 3000 Franken durfte der wortgewandte Rapper Luca Lang (Solothurn) entgegennehmen, der vorgängig draussen die Besucher mit seinen witzigen Themen begeisterte.

Kreativer Kulturmix

Weitere fünf Kunstschaffende erhielten je 2000 Franken. Die ausgezeichneten Samira Schneuwly (Subingen) und Silvan Borer (Deitingen) beleuchteten mit ihrer audiovisuellen Installation «REM» die Schlafphase, in welcher die Träume am intensivsten sind. Patrick Joray (Gerlafingen), der sich über sein erstandenes Saxofon aus dem Jahr 1946 freute, überzeugte die Jury mit seinem Jazz.

Ebenfalls mit Musik hatte der Musiker und Komponist Daniel McAlavey (Langendorf) Erfolg. Miriam Jamuna Zweifel (Solothurn, heute Zürich), gefiel mit einer Tanzperformance, die sich ums Unter- und Unbewusste dreht. Mit dem Thema des immensen Einflusses der Werbung befasste sich Anna Stüdeli (Solothurn, heute Zürich) mit ihrer fotografischen Installation.

Die Vorschusslorbeeren von Hans-Ruedi Wüthrich für die Kulturnacht, endend mit einem angeregten Apéro und aufs Beste organisiert von Maria Wüthrich, verantwortlich für Kultur- und Sozialprojekte, waren in der Tat nicht übertrieben.

Ausstellung im Schlösschen Vorder-Bleichenberg noch Di und Mi, 22. und 23. August, von 16 bis 19 Uhr.