Regierungsrat
Neues Jagdgesetz bringt Recht und Natur in Einklang

Der Regierungsrat hat die totalrevidierte Jagdverordnung verabschiedet. Mit dem letzten November bewilligten neuen Jagdgesetz erhalte der Kanton «eine zeitgemässe Jagdgesetzgebung».

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Der Regierungsrat verabschiedete das totalrevidierte Jagtgesetz (Symbolbild)

Der Regierungsrat verabschiedete das totalrevidierte Jagtgesetz (Symbolbild)

TeleM1

Die aktuelle Jagdverordnung des Kantons Solothurn ist seit 29 Jahren in Kraft. «In dieser Zeit hat ein grosser Wandel in rechtlicher, jagdlicher und gesellschaftlicher Hinsicht stattgefunden», schreibt die Solothurner Staatskanzlei. Der Bund habe auf diesen Wandel reagiert und die Rahmengesetzgebung im Jagdbereich in mehreren Etappen angepasst. Dies sei einer der Hauptauslöser für die Totalrevision der gesamten Jagdgesetzgebung im Kanton gewesen.

Nicht nur die rechtlichen Vorgaben hätten sich geändert, sondern auch in der Natur hätten grosse Umwälzungen stattgefunden. «So sind während dieser Zeit die Grossraubtiere zurückgekehrt, der Rothirsch hat seinen Weg von den Alpen durch das Mittelland in den Jura gefunden, der Biber ist in unseren Gewässern wieder heimisch geworden und die Wildschweine eroberten grosse Teile der Schweiz zurück», wird Jagd- und Fischereiverwalter Marcel Tschan zitiert.

Das neue Jagdgesetz war in enger Abstimmung mit den Jagdkreisen erarbeitet worden und wurde vom Kantonsrat im letzten November verabschiedet. Im Rahmen dieses neuen Gesetzes habe der Regierungsrat nun mit der neuen Jagdverordnung per 1. Januar 2018 die rechtlichen Bedingungen geschaffen, damit die Jagd in Form des traditionellen Reviersystems den neuen Ansprüchen an eine nachhaltige Nutzung und an den Arten- und Tierschutz gerecht bleiben könne: «So sollen zum Beispiel die Jagdvereine weitgehend frei sein bei der Planung der Jagd des Rehs und der Wildschweine, wenn kein problematischer oder untragbarer Wildschaden auftritt.»

Bei Wildarten, die grosse Lebensräume beanspruchen würden, wie beim Rot- oder Gamswild, «soll hingegen die Jagd über die Reviergrenzen hinaus durch den Kanton geplant werden», wird dazu weiter erläutert.

Leinenpflichtdauer verlängert

Mit der Totalrevision des Jagdgesetzes wurde auch der Erlass «Verordnung über das Halten von Hunden vom 6. März 2007» geändert: Die Leinenpflicht für Hunde im Wald und in einem 100 Meter breiten Streifen ausserhalb des Waldes wird per 2018 verlängert und soll neu vom 1. April bis zum 31. Juli gelten.

«Die jetzt geltende Leinenpflicht im Mai und Juni wird dem geforderten Schutz der Wildtiere nicht gerecht, weil die Setz- und Brutzeit vieler einheimischer Wildtiere über diese Zeit hinaus dauert», heisst es bei der Jagdverwaltung. Die neue Dauer der Leinenpflicht entspreche der Leinenpflichtdauer der Nachbarkantone Aargau, Basel-Landschaft und Luzern und solle verhindern, dass Hundehalterinnen oder Hundehalter dieser Nachbarkantone in den Kanton Solothurn ausweichen, um ihre Hunde hier frei laufen zu lassen.

Neue Jagdprüfungsverordnung

Im Zuge der überarbeiteten Jagdgesetzgebung hat der Regierungsrat auch die Jagdprüfungsverordnung von 2012 angepasst. Inhaltlich habe es kaum Änderungen gegeben, heisst es. Das seit 2012 geltende System besteht aus einem Jagdlehrgang und einer Jagdprüfung. Für den Jagdlehrgang seien Module geschaffen worden, die das praktische Jagd-Handwerk in anschaulicher Form vermitteln würden. «Die Jagdprüfung konnte ohne Qualitätsabbau vereinfacht, verkürzt und attraktiver gestaltet werden.» Dieses System sei auf grosse Akzeptanz gestossen, was auch in der auf 35 Personen praktisch verdoppelten Teilnehmerzahl zum Ausdruck komme. (mgt)

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