Neuerscheinung
Schaurige Orte – im neuen Buch wird auch ein Platz in Solothurn vorgestellt

Im neuen Buch «Schaurige Orte in der Schweiz» ist auch ein Ort in Solothurn Schauplatz einer Geschichte.

Fränzi Zwahlen
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Krimi-Autor Christof Gasser liebt schaurige Orte. In einer Geschichtensammlung hat die Sage vom "Franzosenyschlag" neu interpretiert.

Krimi-Autor Christof Gasser liebt schaurige Orte. In einer Geschichtensammlung hat die Sage vom "Franzosenyschlag" neu interpretiert.

Hansjörg Sahli

Es ist eine Sammlung von Geschichten von zwölf Autoren über zwölf reale Orte in der Schweiz, die alle angelehnt an Legenden und Ereignisse vom Mittelalter bis in die Gegenwart sind. Darunter ist auch eine Geschichte des Solothurner Krimiautors Christof Gasser. Er hat sich der Legende des «Franzosenyschlags» zwischen Solothurn und Rüttenen angenommen. Eine Zeitreise von Richard Löwenherz bis heute.

Elisabeth Pfluger hat in ihrer Anthologie «Solothurner Geistersagen» diese Sage aufgeschrieben. Gasser schafft es, auf wenigen Seiten eine fantastische, epochenübergreifende Geschichte zu erzählen, in der die Sage um die verlorenen Seelen der gefallenen Franzosen aber nur einen Teilaspekt der Geschichte ist. Vielmehr geht es in seiner «Sage» um den verlorenen Schatz eines Ritters von Richard Löwenherz, um eine englische Aristokratenfamilie und um eine junge Frau, die sich aufgrund von unerklärlichen Träumen auf die Suche nach ihrem im Franzoseneinschlag verschollenen Verwandten macht und dabei unheimliche Begegnungen hat.

Eine Kostprobe gefällig? «Die Gestalt steht plötzlich vor ihr, wie aus dem Nichts, reglos, eingehüllt in einen dunklen Umhang mit Kapuze. Sie kann den Zusammenstoss gerade noch vermeiden. Anstelle eines Gesichts sieht sie nur ein schwarzes Loch. Nichts womit du nicht fertigwerden kannst.» Mit hineingewoben in diese Geschichte hat Gasser auch «seine» Solothurner Polizeibeamtin Maja Hartmann, die dem Geheimnis um den verlorenen Schatz und einen ungeklärten Mord auflösen will. Im Buch sind weitere unheimliche Geschichten aus der Schweiz zu finden. Zum Beispiel, warum ein Ritter im Baselbieter Jura nach seinem Tod keine Ruhe fand oder auf welche Weise eine Lehrerin im Schloss Chillon ihrem Schönheitswahn erlag. Eine kurzweilige Lektüre für eher langweilige Tage.

Lutz Kreutzer (Hrsg). Schaurige Orte in der Schweiz. Messkirch, Gmeiner Verlag 283 S. Fr. 19.90.