Noch vor einem Jahr hatte er als Parteisekretär den Anlass organisiert, nun war Remo Ankli selber der Star des Abends an der Jahresversammlung des Clubs FDP 2000. Präsident Hans Büttiker konnte den, wie er sagte, «frischgebackenen» Bildungsdirektor überzeugen, den rund 50 Gästen einen Einblick in die ersten 100 Tage im Amt zu verschaffen.

«Besser frischgebackener als nicht ganz gebackener Regierungsrat», hakte Ankli bei den Begrüssungsworten des Präsidenten ein und hatte damit die Lacher bereits auf seiner Seite. Man spürte in seinen Ausführungen die Freude am neuen Amt als Bildungs- und Kulturdirektor. Sie hat den herausfordernden Sparmassnahmen zum Trotz offenbar nicht gelitten. Dabei seien einzelne Personen nach seinem Amtsantritt beinahe mitleidig auf ihn zugegangen und hätten ihm zu der Übernahme des Bildungsdepartements fast kondoliert. «Und das, wo doch die Bildung unser wichtigstes Gut ist», unterstrich Ankli.

Ja zum integrativen Schulmodell

Halten und Sichern lautete Anklis Leitmotiv. Es gelte jetzt, die Vielzahl der angeschobenen Reformen sauber umzusetzen und erst einmal zu konsolidieren. «Da muss aber auch die Politik den geforderten Reformstopp ernst nehmen. Sie sollte nicht Projekte, die noch nicht einmal richtig angelaufen sind, schon abwürgen», meinte Ankli mit Blick auf die Debatte um das integrative Schulmodell.

In der anschliessenden Diskussion zweifelte der Härkinger Gemeinderat Jürg Wyss, ob die Schulreformen qualitativ überhaupt etwas gebracht hätten, ausser totaler Intransparenz. «Es kann nicht bewiesen werden, dass es was gebracht hat. Aber es kann auch nicht bewiesen werden, dass es nichts gebracht hat», konterte Ankli und verwies zudem auf die komplexer gewordene Gesellschaft, auf die auch die Volksschule Antworten bereithalten müsse. Bruno Huber aus Grenchen brach eine Lanze für die Sportförderungsklasse an der Kantonsschule Solothurn, die gemäss dem Massnahmenplan der Regierung dem Spardiktat zum Opfer fallen solle. Er sei aber überzeugt, dass man sich hier noch eines Besseren besinne. Nationalrat Kurt Fluri forderte schliesslich ein Ende der Kontroll- und Evaluationswut an den Schulen. «Es kann nicht sein, dass damit einfach die nicht mehr benötigten Schulinspektoren pseudo-beschäftigt werden», ärgerte sich der Solothurner Stadtpräsident. Für seine mahnenden Worte, dass in guten Zeiten die Fehler gemacht und der Staatsapparat aufgebläht werde, erntete Fluri Szenenapplaus.

Treue Sammler für die FDP

Nach der engagierten Diskussion konnte Präsident Hans Büttiker der Kantonalpartei einen Check über 35 000 Franken übergeben. Der Club hat damit in den letzten 20 Jahren fast 1 Mio. Franken für die FDP gesammelt. «Leider sind wir mit derzeit rund 175 Mitgliedern immer noch unter dem gesteckten Ziel von 200 Gönnerinnen und Gönnern», appellierte Büttiker in die Runde der Anwesenden, die Mitgliederwerbung deutlich zu verstärken. (chs)