Alpiq

Neuer Grossaktionär setzt auf Wasserkraft und Nachhaltigkeit

Die Wasserkraft soll bei Alpiq im Vordergrund stehen, neue Engagements in Nuklear- oder Kohlekraft sind Tabu.

Die Wasserkraft soll bei Alpiq im Vordergrund stehen, neue Engagements in Nuklear- oder Kohlekraft sind Tabu.

Drei Aktionärsgruppen sollen bei der Alpiq Holding künftig das Sagen haben. Die Atomkraft wird zum Auslaufmodell und Kohlekraftwerke sind ein Tabu.

Das Kerngeschäft der Alpiq soll künftig «die umweltschonende Stromproduktion in der Schweiz sowie das Vermarkten der Schweizer Produktionskapazitäten» sein. Dies eines der zusätzlichen Ziele und Pflichten, welche im neuen Aktionärsbindungsvertrag stipuliert worden sind, den der Kanton Solothurn zusammen mit den anderen Minderheitsaktionären mit der Alpiq für weitere 15 Jahre abgeschlossen hat.

Keine Neuinvestitionen in Atom- und Kohlekraftwerke

Den drei grossen Aktionärsgruppen bei der Alpiq Holding wird im neuen Aktionärsbindungsvertrag ins Stammbuch geschrieben, dass Investitionen im Ausland und neue Investitionen ausserhalb des Bereichs Energie-Infrastruktur – etwa in Kohle- oder Nuklearenergie – künftig nicht mehr getätigt werden sollen. Ausgenommen davon sind Wartung und Reparatur bestehender Atomkraftwerke. Konkret ist die Alpiq an den AKW Gösgen (40 Prozent) und Leibstadt (27 Prozent) beteiligt.

Eine fokussierte Strategie, die von Dominik Bollier, Managing Partner bei CSEIP (Credit Suisse Energy Infrastructure Partners AG) auf Anfrage explizit begrüsst wird. Zuständig für die Festlegung der Strategie sei aber letztlich natürlich der Alpiq-Verwaltungsrat. Die CSEIP wiederum verwaltet die CSA Energie-Infrastruktur Schweiz, die neu eine der drei Mehrheitsaktionäre bei Atel wird. «Pläne im Bereich Kernenergie sind aus unserer Perspektive überhaupt kein Thema», so Bollier. Eine Aussage, die Gewicht hat, zumal die CSA nach dem Rückzug der Atel von der Börse und dem Abschluss der geplanten Auszahlung der heutigen Publikumsaktionäre zur neuen Ankeraktionärin der Alpiq Holding werden wird.

Die CSA, in der 135 Schweizer Pensionskassen investiert sind, rückt damit in eine wichtige Rolle, nicht etwa als Bremser, sondern als Schrittmacher der nationalen Energiepolitik, wie Dominik Bollier betont: «Wir sehen uns als einer der möglichen Kapitalgeber, um die Energiestrategie des Bundes umzusetzen.»

Alpiq weiterhin mit zwei Subholding-Gesellschaften

Laut Bollier sind bei der Alpiq keine strukturellen Veränderungen zu erwarten. «Die Alpiq soll auch weiterhin zwei Sub-Holdinggesellschaften haben. In der einen sind primär die Wasserkraftwerke enthalten, in der anderen die Kernenergie-Beteiligungen.» Diese Struktur werde aufrechterhalten und es gelte zu prüfen, welche anderen Aktivitäten in welche der beiden Sub-Holdinggesellschaften gehören. «Dies ist im Moment die Hauptfragestellung», so Bollier.

Nach Vollzug des vorgesehenen radikalen Umbaus bei Alpiq wird es beim Energiekonzern drei Gruppen von Kernaktionären geben, welche je ein Drittel des Aktienkapitals halten: die CSA Energie-Infrastruktur Schweiz; die EOS Holding SA, Lausanne und die Gruppe der Kleinaktionäre. Zu letzterer gehören neben dem Kanton Solothurn (Aktienanteil 5,61 Prozent) die Aziende Industriali di Lugano (2,13), die Genossenschaft Elektra Baselland EBL (7,13), die Genossenschaft Elektra Birseck EBM (13,65), die Eniwa Holding AG Buchs (2) und die WWZ AG, Zug (0,91).

Aktuell befindet sich das zuvor von der französischen EDF gehaltene 25-Prozent-Aktienpaket je hälftig im Portefeuille von EOS und Primeo Energie. Finanziert wurde der Deal über ein Pflichtwandeldarlehen der Energie-Infrastruktur Schweiz (CSA). Bei Fälligkeit werden die Pflichtwandeldarlehen in Alpiq-Aktien umgewandelt, womit CSA offiziell zur Ankeraktionärin aufrücken wird.

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Autor

Urs Mathys

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