Museum Altes Zeughaus
Neuer Glanz und viel Interaktivität: Zurück ins neue Mittelalter

Endlich ist das Museum Altes Zeughaus in Solothurn auch für die Bevölkerung wieder offen. Das Echo ist gross, die Besucher kommen in Scharen.

Julian Perrenoud (Text/Bilder)
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Neueröffnung vom Zeughaus-Museum: Impressionen.
20 Bilder
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Ansprache von Regierungsrat Roland Fürst
Neueröffnung vom Zeughaus-Museum: Impressionen.
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Neueröffnung vom Zeughaus-Museum: Impressionen.

Julian Perrenoud

Co-Museumsleiterin Claudia Moritzi ist eine gefragte Person. Händeschütteln hier, Kompliment entgegennehmen da. «Es ist wunderschön», sagt eine Besucherin. Nach fast zweijähriger Umbauzeit und einer intensiven Vorbereitungswoche ist es der erste Tag, an dem das Museum Altes Zeughaus für die Öffentlichkeit zugänglich ist. «Wir sind erleichtert, jetzt ist es ein schöner Stress», sagt Moritzi. Die Freude ist ihr anzusehen, auch als sie den ersten von zwölf Rundgängen an diesem Wochenende führt.

Vom Schwert zum Zündnadelgewehr heisst die Kurzführung, an der Moritzi eine grosse Besucherschar mit durch das technikgeschichtliche Schaudepot und zurück ins Mittelalter nimmt. Sie erklärt, weshalb Hellebarde und Langspiesse die eidgenössischen Waffen schlechthin waren – und natürlich die Armbrust.

«Darfi dristäche?»

Hacken, Stechen, Reissen: Was mehr an Gartenarbeit erinnert, ist die Ausführung der einzelnen Waffen im Museum. Die blosse Vorstellung an damalige Schlachtfelder lässt erschaudern. In einem Schaukasten können Besucher erproben, wie es ist, mit der Hellebarde zuzustechen. «Darfi dristäche?», fragt eine ältere Dame ihren Begleiter, bevor sie wagemutig die Eisenspitze gegen die harte Kartonwand stösst.

Draussen vor dem Alten Zeughaus und auf den Gassen am Samstagsmäret trommeln Ausrufer die Leute zusammen. Ab ins Museum! In rot-weissen Gewändern aus dem späten Mittelalter erzählt die Ausruferin auf dem Weg nach oben Geschichten über den Bau des heute historischen Gebäudes und blutige Schlachten. Dazu erklärt sie, weshalb es früher in jeder Armee unermüdliche Trommler brauchte.

Politik und Behörden feiern Neueröffnung des Museums Altes Zeughaus Kantonsbaumeister Roland Mäusli guckt ins Kanonenrohr
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Susanne von Sury bestaunt die Rüstungen
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Ansprache von Regierungsrat Roland Fürst
Symbolische Geste: Roland Fürst (r.) übergibt Remo Ankli das neue Museum.
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Neueröffnung Museum Altes Zeughaus

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Hanspeter Bärtschi

Im zweiten Stock liegen nicht nur Waffen zur Schau, sondern auch Rüstungen und Totenköpfe mit klaffenden Löchern im Schädel. Dass in der damaligen Zeit aber nicht bloss eine Hau-Drauf-Mentalität herrschte, beweist die Wand mit Tafeln und Geschichten verschiedener Persönlichkeiten, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzten. Gerade den Kindern, aber auch Erwachsenen, macht es Spass, auf die leeren Täfelchen mit Filzstift ihren ganz persönlichen Friedensstifter hinzuschreiben.

Ein voller Erfolg

Der erste Tag der Neueröffnung ist für das Team des Museums Altes Zeughaus ein voller Erfolg. «Wir haben schon erwartet, dass die Besucher kommen würden», sagt Co-Leiterin Moritzi, aber es sei eben schon überwältigend, wenn dann tatsächlich so viele Leute vorbeischauten. Es ist das erklärte Ziel des Museums gewesen, die Zeughaus-Atmosphäre zu erhalten, trotz neuem Glanz und viel Interaktivität. Das scheint gelungen zu sein. Moritzi sagt, sie habe bisher nur gute Rückmeldungen erhalten, um gleich darauf etwas verunsichert zu fragen: «Was haben Ihnen die Leute beim Interview gesagt – waren sie auch zufrieden?» Sie waren zufrieden. In der Tat.

Noch heute Sonntag kann sich das Publikum bei Kurzrundgängen zu verschiedenen Themen selber ein Bild vom neuen Museum machen. Beginn ab 11 Uhr. Gratiseintritt.