Wie fühlt sich ein Mensch, der schon bald das Leben von 260 000 Solothurnerinnen und Solothurnern beeinflusst? Wie bereitet er sich auf sein anspruchsvolles Regierungsamt vor, ist er nervös? Die drei frisch gewählten Regierungsräte geben sich knapp einen Monat vor ihrem Amtsantritt betont locker.

«Ich bin weder nervös noch angespannt», sagt Roland Fürst, der neue Bau- und Justizdirektor. «Mir geht es super, ich freue mich sehr», erklärt Roland Heim, der ab 31. Juli als Finanzdirektor die Kantonsfinanzen sanieren muss. Remo Ankli, der neue Bildungsdirektor, spricht von «einer Mischung aus Freude und einer gewissen Spannung», so wie das aber normal sei, wenn man vor einer neuen Herausforderung stehe.

Sie fühlen sich gut vorbereitet

Alle drei fühlen sich gut vorbereitet, um in wenigen Wochen die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Wer aber glaubt, sie würden derzeit Tag und Nacht Akten wälzen und Paragrafen auswendig lernen, liegt falsch: Der neue Bildungsdirektor Remo Ankli arbeitet bis Ende Juli als Parteisekretär der FDP und organisiert die Übergabe seines Gemeindepräsidiums von Beinwil. «Zu Hause studiere ich aber nebenbei schon auch einige Unterlagen; so lese ich zurzeit den Bericht zur Speziellen Förderung.»

Erholung statt Aktenbüffeln

Besser geht es den beiden Neo-CVP-Regierungsräten Fürst und Heim: Sie haben ihre frühere Wirkungsstätte (Handelskammer und Kantonsschule) verlassen und sind diese Woche in die Ferien verreist. Der künftige Bau- und Justizdirektor taucht eine Woche in Ägypten und der neue Finanzdirektor erholt sich zwei Wochen in Italien.

Fürst hat einen Stapel mit rechtlichen Grundlagen der Regierungsarbeit im Gepäck. Heim hat auch einen Koffer voll Bücher dabei, vor allem aber Krimis und Romane. Keine Steuerstatistiken oder Finanzunterlagen? «Doch, ich habe schon ein paar Dossiers dabei, aber ich habe in der letzten Ferienwoche noch Zeit, um mich weiter einzuarbeiten.»

Lob für die drei Abtretenden

Dann erhält der neue Finanzdirektor auch die laufenden Regierungsratsgeschäfte von seinem Vorgänger Christian Wanner überreicht. Heim äussert sich sehr lobend darüber, wie ihn Wanner einarbeitet: «Er war sehr zuvorkommend bei den vielen Treffen in den letzten Wochen», erklärt Heim. «Er sagte mir sogar, ich könne jetzt bereits in seinem Büro arbeiten.»

Auch der neue Vorsteher des Departements für Bildung und Kultur, Remo Ankli, ist sehr zufrieden, wie die Übergabe funktioniert: «Das Einarbeiten durch Klaus Fischer läuft ideal.» Bei zwei Treffen seien ihm die Ämter und ihre Chefs sowie die laufenden Geschäfte vorgestellt worden. Auch Roland Fürst hat seinen Vorgänger Walter Straumann als «sehr kooperativ» erlebt.

Bei diesen Treffen haben die drei Neuen gleich auch ihren künftigen Arbeitsplatz zu Gesicht bekommen. Ankli hat sich noch keine Gedanken gemacht, wie er sein Büro einrichten will. Ex-Kantilehrer Heim möchte Fotos seiner früheren Schulklassen aufhängen. «Ich möchte etwas Heimat mitnehmen.» Und Fürst, in dessen Büro sein Vorgänger 16 Jahre lang geraucht hat? «Der Teppich kommt raus und die Wände werden gestrichen.»

Bewährungsprobe steht bevor

In der ersten Arbeitswoche, am 7./8. August, treffen die drei Neuen erstmals offiziell auf die zwei «alten» Regierungsräte Esther Gassler und Peter Gomm. Am zweitägigen Seminar in Münchenwiler BE wird die künftige Regierungsarbeit besprochchen. Auch sollen die ersten Weichen für das 150 Mio. Franken schwere Sanierungsprogramm gestellt werden - ein denkbar schwieriger Beginn für die neue Regierungscrew.

Ankli, Fürst und Heim sind aber guten Mutes, dass die neue Regierung erfolgreich sein wird. «Ich kann ganz ehrlich sagen: Wir fünf Regierungsräte werden sehr gut zusammenarbeiten», erklärt Ankli zuversichtlich. Auch Heim beteuert: «Wir verstehen uns wirklich gut.» Und Fürst ergänzt: «Wir werden ein gutes Team bilden - ehrlich.» Dann sind wir mal gespannt...