Solothurner Regierung

Neue Regierungsräte wagen trotz Spardruck einen optimistischen Ausblick

Die Regierungsräte haben den Solothurner Morgennebel hinter sich gelassen.

Die Regierungsräte haben den Solothurner Morgennebel hinter sich gelassen.

Auf dem Weissenstein ziehen die drei neuen Solothurner Regierungsräte eine erste Bilanz. Dabei verbreiten sie eine positive Stimmung. Die stark angespannte Finanzlage könne allerdings zu Spannungen führen.

Es ist einer der Tage, an denen Remo Ankli, Roland Fürst und Roland Heim nicht mehr selbst fahren müssen. Die schwarze Staatskarosse mit den drei Regierungsräten an Bord lässt den Solothurner Morgennebel schnell hinter sich. Oben auf dem Solothurner Hausberg ziehen die drei Männer Bilanz zu ihren ersten 100 Tagen im Amt.

«Man darf nicht mehr alles selber machen», sagt Roland Heim, und schiebt sofort nach: «Man muss nicht mehr alles selber machen» – wobei nicht ganz klar wird, ob hinter dem «nicht mehr selber machen» nicht auch ein wenig Wehmut steckt. Die drei Nicht-Juristen scheinen sich gut in den Verwaltungsapparat eingelebt zu haben. «Wir haben sehr gute Leute», sagt Finanzdirektor Heim.

Das Wetter auf dem Berg ist prächtig, Roland Fürst zückt seinen Fotoapparat, und die Stimmung, die die Regierungsräte wenig später drinnen im Kurhaus verbreiten, gleicht dem Bild draussen: Kaum Wolken, viel Sonnenschein. «Kompromissbereit», «sachlich», «kollegial» sei der Umgang im Gremium, das sich bereits vor dem Amtsantritt traf, um Spielregeln und Comment festzulegen.

Spielregeln, das heisst für Roland Heim auch, auf die Familie Rücksicht zu nehmen. «Man muss Grenzen setzen, damit das eigene Leben stattfinden kann», sagt Heim. Fürst ergänzt: «Man ist gefordert, man ist jetzt eine öffentliche Person.»

Von Esther Gassler und Peter Gomm, den beiden amtsältesten Mitglieder, fordern Ankli, Fürst und Heim noch etwas Geduld: Manchmal dauerten die Sitzungen länger, so die «Neulinge». «Man kann in 100 Tagen nicht alles verändern, sondern sich erst ein Bild über den Verantwortungsbereich machen», sagt Bau- und Justizdirektor Fürst. «Je länger man im Amt ist, umso stärker wird man sich einbringen können», hofft Finanzdirektor Heim.

«Erfahrungen sammeln», «Mitarbeiter kennenlernen», «einarbeiten»: Bei all den Worten geht fast verloren, dass die «Lehrlinge», die oben auf dem Berg sprechen, unten am Berg schon längst im Ring stehen. Tiefrote Zahlen und 150 Mio. Franken Sparmassnahmen, bescherten ihnen einen äusserst schnellen Start ins Amt. «Wir müssen so sparen, dass wir keine Strukturen zerstören», sagt Bildungsdirektor Remo Ankli. «Halten und sichern» nennt er seine Devise.

Werden die Finanzen zur erste Zerreissprobe sein? «Zerreissprobe»: Mit dem Wort will Roland Fürst die Harmonie auf dem Berg nicht stören. «Spannungen könnte es geben», beschwichtigt Fürst. «Jede Massnahme hat Gegner», ergänzt ihn Remo Ankli. «Wenn wir die Sparvorgaben jetzt nicht schaffen, müssen wir nochmals dran.» Kritik, das Staatspersonal müsse zu wenig sparen, lassen die drei Regierungsräte nicht gelten.

Jede Massnahme in der Verwaltung könne schliesslich mit dem Aufheben von Stellen verbunden sein, sagt Finanzdirektor Heim. Eine Lohnkürzung sei erst die äusserste Massnahme, sagt Remo Ankli. Auch die Verwaltung arbeitet am Sparprogramm mit: Nach wenigen Tagen sind laut Roland Heim bereits 600 Sparvorschläge von den Angestellten eingegangen.

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