Babysitting ist ein beliebter Nebenverdienst für Teenager, die gut mit kleinen Kindern umgehen können und ihr Taschengeld aufbessern möchten. Möglichkeiten, an eine Familie vermittelt zu werden, die eine Betreuungsperson suchen, gibt es heutzutage viele. Eltern, die einen Babysitter benötigen, brauchen nur einige Klicks im Internet zu machen, und schon erscheinen zahlreiche Vorschläge für «Babysitter in ihrer Umgebung». Auch das schweizerische Rote Kreuz (SRK) geht mit diesem Trend und erweitert ihr bisheriges Vermittlungsangebot.

Eltern können auf der neuen Online-Plattform des SRK Inserate mit genauen Angaben zum Jobangebot und ihren Anforderungen aufschalten. Dazu zählen Arbeitsort, Dauer und Regelmässigkeit der Einsätze, sowie die Entlohnung. Die Jugendlichen können ein Profil mit Foto, persönlichen Daten und Angaben zu ihrer Erfahrung online stellen. Sind Sie in der Datenbank erfasst, können Eltern die Babysitter kontaktieren – und umgekehrt. Für den Zugriff auf die genauen Daten der Babysitter, müssen die Jugendlichen aber zuerst ihr Einverständnis geben. Bis dahin sind nur Vornahme und Wohnort ersichtlich.

Die Regionalstelle nutzt die Online-Plattform ebenfalls

Bisher konnten Eltern nur bei der jeweiligen Regionalstelle eine Liste der Babysitter anfordern, die den SRK-Kurs absolviert haben. 30 Franken kostet es, sich die Liste per Post zuschicken zu lassen. Für eine Zustellung per Email fallen Kosten in der Höhe von 15 Franken an, für Mitglieder des SRK ist die Zustellung in jedem Fall gratis.

Die neue Website soll diese Liste in einigen Regionen nun ganz ablösen, «was für Gemeinden aber auch für die Eltern einfacher und effizienter ist», so die Medienstelle des SRK.
«Im Kanton Solothurn werden wir die Adressliste plus Informationen über rechtliche Fragen gegen einen Unkostenbeitrag bis auf weiteres an interessierte Eltern weiter leiten», sagt Katharina Simonet von der SRK-Regionalstelle. «Ab sofort werden wir in den Babysitterkursen jedoch die Jugendlichen auch auf die neue Website aufmerksam machen.» Für Jugendliche ist dieses Angebot kostenlos. Sie können allerdings nur ein Profil erstellen, wenn sie den zweitägigen Babysitter-Kurs des SRK absolviert haben und eine gültige Bestätigung besitzen. Der Kurs kostet 100 Franken.

Für die Eltern wird die Benutzung der Website dann kostenpflichtig, wenn sie einen Babysitter beschäftigen. In diesem Fall werden 30 Franken verrechnet. «Wir bieten einen Qualitätsservice und deshalb dürfen wir diesen minimen Betrag guten Gewissens verlangen», so der Mediendienst. Die Organisation nehme nämlich unter anderem auch Qualitätskontrollen vor und würde nicht einfach nur «zwei Seiten in Verbindung setzen». Jeder Inhalt wird vor seiner Aufschaltung geprüft. Das bestätigt auch Katharina Simonet von der Regionalstelle: «Wir können für unsere Babysitter bürgen.»

Weitere Vermittlungsstellen im Kanton

Nebst dem SRK übernehmen diverse Verbände eine Vermittlungsrolle in der Region. Das lokale Rote Kreuz arbeitet mit diversen Frauenvereinen zusammen, die bei der Organisation der Kurse mithelfen und später Jugendliche direkt in ihre Gemeinde vermitteln. Diese «externen Vermittlungsstellen» hätten aber verschiedene «Quellen» was die Babysitter angeht, wie Simonet berichtet. «Nicht zwingend alle Jugendlichen, die so vermittelt werden, haben den SRK-Kurs absolviert». Darum sei es vorteilhaft, wenn das SRK künftig über eine «zentrale Adresse» verfüge, über die ausschliesslich Jugendliche vermittelt würden, die zuvor geprüft wurden.

Manche Eltern würden eine persönliche Vermittlung in ihrem Wohnort, wie die durch Frauenverbände, bevorzugen, so die SRK-Medienstelle. Das wolle man mit der neuen Website nicht verhindern. «Wir bieten den Eltern damit aber eine einfache und sichere Alternative, um ausgebildete SRK-Babysitter zu finden.» Aktuell gibt es in rund 25 Gemeinden im Kanton Solothurn «externe Vermittlungsstellen», die Babysitter und Eltern zusammenbringen.
Eine Vermittlungsstelle in den Schulen im Kanton gibt es nicht. Dafür sei erst kürzlich in einer Oltner Schule ein Babysitterkurs abgehalten worden, sagt Simonet. Nach dem Kursbesuch stehen auch diese Babysitter auf der Liste des SRK, was bedeutet: Die Vermittlung, ob über das Internet oder Verbände, kann losgehen.