Pestizid

Neue Leitungen wegen Chlorothalonil: Der Bund soll Wasserversorger unterstützen

Neue Leitungen sind nötig, dass sich das belastete Wasser nicht mit sauberem mischt.  (Symbolbild)

Neue Leitungen sind nötig, dass sich das belastete Wasser nicht mit sauberem mischt. (Symbolbild)

Der grüne Nationalrat Felix Wettstein fordert, dass der Bund neue Wasserleitungen, die wegen der Chlorothalonil-Verseuchung nötig sind, mitfinanziert.

160'000 Menschen im Kanton trinken Wasser, das nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Konkret hat es zu viele Abbaustoffe des möglicherweise krebserregenden Pestizids Chlorothalonil im Wasser. Die betroffenen Gemeinden müssen nun das Wasser aus belasteten Quellen mit demjenigen aus unbelasteten mischen – doch dafür müssen manchenorts erst noch neue Leitungen gebaut werden. Bezahlen müssen diese laut aktueller Gesetzeslage die Wasserversorger selber – es gibt einzig einen Zustupf vom Kanton, wenn die neuen Leitungen der überregionalen Verknüpfung dienen.

Das will der grüne Nationalrat Felix Wettstein mit einer Motion in Bundesbern ändern. «Die Trinkwasserversorger haben in der Vergangenheit keine Fehler gemacht», begründet er seinen Vorstoss. «Darum sollen sie die Sanierungsmassnahmen nicht alleine finanzieren müssen.»

Wettstein fordert, dass sich der Bund «angemessen» an den anfallenden Kosten beteiligt. Denn der Bund habe die Pestizide, die mittlerweile verboten sind, selber einst zugelassen und sei deshalb mit in der Verantwortung, so die Begründung des Nationalrats. Etwas weiter als Wettstein sind bereits die Solothurner Gemeinden gegangen. Sie haben nicht nur eine «angemessene Beteiligung» des Bundes verlangt: Roger Siegenthaler, Präsident des Einwohnergemeindeverbandes, forderte, dass der Bund sämtliche Kosten zu übernehmen habe, da er die Pestizide zugelassen hat und damit in der Verantwortung sei.

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