Neue Coronaregeln
Zmittag in Solothurn: «Ach so, die Innenräume sind jetzt auch geöffnet?!»

Seit Montag dürfen die Restaurants wieder Gäste in den Innenräumen bedienen. Doch ein Rundgang zeigt: Dafür besteht – zumindest am Mittag – kaum Bedarf.

Joel Dähler und Christoph Krummenacher
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Obwohl das Restaurant Kreuz in der Solothurner Altstadt seit Montag drinnen wieder Plätze anbieten darf, sitzen die meisten Gäste lieber draussen.

Obwohl das Restaurant Kreuz in der Solothurner Altstadt seit Montag drinnen wieder Plätze anbieten darf, sitzen die meisten Gäste lieber draussen.

Joel Dähler

Eitel Sonnenschein, warme Temperaturen – und zahlreiche hungrige Mäuler, die auf den Restaurantterrassen schlemmten. Wer am Montagmittag durch die Solothurner Altstadt schlenderte, sah allenthalben gut besetzte Tische. Ob am Landhausquai beim Chutz, Barockbar oder Salzhaus, vor dem Kreuz, vor der Grünen Ecke, vor der Suteria oder dem Roten Turm.

Zu viert ins Restaurant

«Die Innenräume sind jetzt auch geöffnet?», fragt Verena Vonallmen, als sie drauf angesprochen wird. Die Ostermundigerin war mit einer Freundin in der Verenaschlucht spazieren und hat sich vor dem «Solaare» etwas zu trinken bestellt.

«Drinnen ist alles so leer, wir waren uns gar nicht sicher. Aber das liegt sicher am guten Wetter!»,

erklärt sich die Ausflüglerin die leeren Restauranträume.

Restaurants in Solothurn dürfen seit Montag auch drinnen wieder offen haben. Dank des schönen Wetters nehmen die meisten Gäste aber trotzdem draussen Platz.
11 Bilder
Restaurant Il Ponte del Sole.
Auch am «Aaremürli» sitzt man lieber draussen und geniesst die Sonne.
Restaurant Chutz am «Aaremürli».
Bei den Restaurants sitzen mehr Leute draussen als drinnen.
Das Salzhaus in Solothurn.
Restaurant Kreuz.
Confiserie Suteria in der Solothurner Innenstadt.
«Beim Roten Turm», wie es umgangssprachlich auch genannt wird.
Bei der Kaffeehalle sind alle Aussenplätze besetzt.
Auch bei der Confiserie Hofer sieht man, dass es drinnen zwar offen wäre, die Leute aber vorwiegend draussen sitzen.

Restaurants in Solothurn dürfen seit Montag auch drinnen wieder offen haben. Dank des schönen Wetters nehmen die meisten Gäste aber trotzdem draussen Platz.

Joel Dähler

Doch tatsächlich: Restaurantbesucherinnen dürften seit Montag auch an die Tische drinnen sitzen. Das hatte der Bundesrat vergangene Woche beschlossen. Jetzt beginnt schweizweit die sogenannte «Stabilisierungsphase» in Alain Bersets Öffnungskonzept. Ursprünglich war dieser Schritt erst auf den 8. Juni geplant gewesen – dank der positiven Entwicklungen bezüglich Impfungen und Ansteckungszahlen hatte der Gesundheitsminister diesen jedoch vorgezogen.

Für die Beizen und Bars bedeuten die neuen Regeln, dass sie ihre Innenräume nach über einem halben Jahr wieder öffnen dürfen. Während im Aussenbereich neu sechs Personen an einem Tisch sitzen dürfen, sind es drinnen vier. Maske muss tragen, wer das Lokal betritt und wer zur Toilette geht. Zudem werden weiterhin die Kontaktdaten erhoben.

Restaurantgäste sitzen lieber in die Sonne

Doch welche Regeln in den neu geöffneten Restauranträumen gelten, dürfte diesen Mittag die wenigsten interessieren. Die Tische sind nur spärlich besetzt. Die meisten Gäste bevorzugen es, draussen in der Sonne oder im Schatten eines Sonnenschirms zu sitzen. «Ich gehe in die Stadt zum Mittagessen mit Kollegen», sagt Marco, mit Sonnenbrille, aus Solothurn.

«Ja ich habe mitbekommen, dass die Restaurants jetzt auch drinnen wieder öffnen. Aber für mich spielt das eigentlich keine Rolle, ich gehe sowieso nach draussen. Bei diesem Wetter will doch niemand drinnen sitzen!»
Die Pizzeria «Zur Grünen Ecke» hatte drinnen nur wenige Besucher. Die paar draussen aufgestellten Tische waren jedoch alle besetzt.

Die Pizzeria «Zur Grünen Ecke» hatte drinnen nur wenige Besucher. Die paar draussen aufgestellten Tische waren jedoch alle besetzt.

Joel Dähler

Das scheint auch den Restaurantbetreibern bewusst zu sein. «Ich habe reserviert und mir wurde gleich ein Tisch draussen gegeben. Aber bei dem Wetter macht das ja auch Sinn», sagt die Solothurnerin Vera Holliger, die vor dem Salzhaus direkt an der Aare auf ihr Essen wartet.

«Ich denke es freuen sich alle, dass die Regeln in den Restaurants nochmals gelockert wurden.» Sie gehe sonst sehr gerne und oft in Restaurants, erzählt Holliger. «In Solothurn ist das ja ideal möglich. Die letzten Monate ging das aber leider nicht. Nun freuen wir uns sehr, ich habe für Samstag bereits einen Tisch in einem weiteren Restaurant reserviert!»

Der Aussenbereich der Solothurner Kaffehalle ist voll. Im Innenbereich sitzt aber nur eine Person.

Der Aussenbereich der Solothurner Kaffehalle ist voll. Im Innenbereich sitzt aber nur eine Person.

Joel Dähler

Doch offene Restaurants hin oder her: Nicht alle treibt es gleich in die Beizen. Eine von ihnen ist Corinne Fankhauser aus Bellach, die in Solothurn arbeitet. «Ich war gerade in den Ferien und konnte dort auswärts essen. Auf der Terrasse, aber es war ohnehin schön Wetter.» Sie habe nun kein Bedürfnis gehabt, gleich ins Restaurant zu gehen. «Ich habe auch noch nichts geplant für die nächsten Tage», sagt sie.