Hochbau

Neue Bauvorhaben stehen ins Haus

Der Regierungsrat hat die Mehrjahresplanung Hochbau 2013-2016 zuhanden des Parlamentes verabschiedet. Zwei Grossprojekte sollen 2013 vors Volk kommen. Mit rund 86 Mio. Franken schlägt die Gesamtsanierung der Kantonsschule Olten zu Buche.

Der Investitionsbedarf zeichnet sich schon lange ab. Gemäss einer Analyse ist die Bausubstanz in einem schlechten Zustand bei der Kantonsschule Olten.

Es bestehen diverse bautechnische Mängel sowie grössere Abnützungserscheinungen. Ferner ist das Gebäude eine Energieschleuder. In den letzten Jahren wurden «dringend notwendige Arbeiten durch Massnahmen im planbaren Unterhalt vorgenommen» so das Hochbauamt. Trotzdem rechnet sich nach Abklärungen ein Neubau gegenüber einer Sanierung nicht.

Diesen Herbst soll die Baubotschaft zuhanden des Kantonsrates verabschiedet werden. Die Sanierung der Kanti wird dann voraussichtlich sechs Jahre dauern.

Anspruchsvolle Innensanierung

Mit der Vorlage des Vorprojekts und der Baubotschaft für die Innensanierung des Museums Altes Zeughaus bis Ende Jahr konkretisiert sich ein weiteres Projekt. Mit dem Umbau soll die künftige Infrastruktur, insbesondere die klimatischen und statischen Verhältnisse, langfristig einen zeitgemässen und attraktiven Museumsbetrieb sowie die fachgerechte Konservierung der zum Teil sehr wertvollen Museumsstücke eines variablen Ausstellungskonzeptes ermöglichen.

Statt 9 Mio. Franken - wie mach Abschluss des Wettbewerbs vor knapp einem Jahr - schätzt das Hochbauamt die Kosten nun aber 12,75 Mio. Franken. «Vor allem die Haustechnik, die es für die fachgerechte Konservierung des Ausstellungsgutes braucht, ist sehr aufwendig», erklärt Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli. Obwohl die Vorprojektierung noch nicht abgeschlossen sei, rechne er nicht damit, dass neun Mio. Franken für die Innensanierung ausreichen werden. Übrigens: Alle Bauprojekte, die demnächst abschliessen werden, sind laut Mäusli in den bewilligten Budgetrahmen.

Rosengarten für den Kanton?

Neu in die Mehrjahresplanung gerückt ist der Kauf der Liegenschaft Rosengarten in Solothurn. Im Rosengarten sind die Unterrichts- und Büroräume der Kaufmännischen Berufsfachschule Solothurn (KBS), welche vom Kanton seit 39 Jahren gemietet werden sowie eine Coop-Filiale untergebracht.

Die Liegenschaft ist dem Kanton von der Coop AG zum Kauf angeboten worden. Sie bietet Platz für eine Zusammenlegung grösserer Organisationseinheiten der kantonalen Verwaltung mit rund 180 Mitarbeitenden. «Dadurch können längerfristig personelle und betriebliche Synergien genutzt werden», so das Hochbauamt.

Und: «Bestehende Mieteinheiten können mittelfristig gekündigt und der Bedarf an zusätzlichen Archivräumen sofort realisiert werden.» Der Kaufpreis beträgt 4,125 Mio. Franken. Botschaft und Entwurf für den Kauf der Liegenschaft sollen noch 2012 dem Kantonsrat vorliegen. Wann die KBS in den Neubau bei der Gewerblich-Industriellen Berufsfachschule Solothurn umziehen kann, ist offen. Geplant war auf August 2015. Aufgrund einer Beschwerde verzögert sich jedoch der Baubeginn weiter (wir berichteten).

In der Luft hängt auch der Neubau der Motorfahrzeugkontrolle Oensingen auf dem Areal des vom Bund geplanten Schwerverkehrszentrums. Der Neubau, der in einer ersten Etappe mit 15,5 Mio. Franken veranschlagt ist, die provisorisch eingemieteten Lastwagenkontrollstellen ablösen und den Standort in Olten ersetzen.

Letzten Januar sind die Landerwerbsverhandlungen gescheitert (wir berichteten). Offen ist der Entscheid zum Enteignungsverfahren. Das Bau- und Justizdepartement ist in Verhandlungen mit dem Bundesamt für Strassen. Zudem richten sich die Termine nach dem Bundesprojekt für das Schwerverkehrszentrum.

Nicht mehr in der Mehrjahresplanung sind Turnhallen für den Berufssport in Grenchen und Solothurn. Definitiv im Vordergrund stehen Mietlösungen. In Solothurn mit der CIS-Halle in Grenchen mit dem geplanten Velodrom.

Magazintrakt für Zentralbibliothek

Mit der Mehrjahresplanung beantragt die Regierung dem Kantonsrat für baureife Kleinprojekte und Projektierungsarbeiten ab 2013 einen Verpflichtungskredit von 5,1 Mio. Franken. Für 3,8 Mio. Franken soll der Magazintrakt bei der Zentralbibliothek Solothurn erweitert werden.

Die Erweiterung ist auf der Gebäuderückseite der bestehenden Anlage vorgesehen und wird unterirdisch unter der Gartenanlage an die bestehenden Magazine angebunden. Von den Kosten tragen der Kanton 2,85 Mio. Franken, Stadt und Regionalgemeinden je 0,95 Mio. Franken. Neu ins Mehrjahresprogramm rückt die Installation von Solaranlagen auf kantonseigenen Bauten auf Dächern, bei denen keine Sanierung ansteht oder sich keine Lösung mit Dritten aufdrängt (wir berichteten). Beantragt wird dafür ein Kredit von einer Million.

Beim baulichen Unterhalt der kantonalen Hochbauten besteht nach wie vor ein Nachholbedarf insbesondere auch bei energetischen Sanierungen. Während kleinere Unterhaltsmassnahmen (Sofortmassnahmen) in der Erfolgsrechnung geführt werden, sind die grösseren Massnahmen (Planbarer Unterhalt) in der Investitionsrechnung enthalten.

In den Jahren 2013 bis 2016 beträgt der planbare Unterhalt jährlich 15,4 Mio. Franken. Dies entspricht, einschliesslich der Sofortmassnahmen, den angestrebten rund 1,6 Prozent des Gebäudeversicherungswertes.

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