Format-Änderung
Neue 50er-Nötli: Das bedeutet die Umstellung für die Banken in der Region

Seit dieser Woche sind in der Schweiz die druckfrischen 50 Franken-Scheine mit neuem Format im Umlauf. Was bedeutet diese Umstellung für die Banken in der Region?

Nadia Chamakhe
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Die neuen 50er-Noten bedeuten eine Umstellung.

Die neuen 50er-Noten bedeuten eine Umstellung.

watson.ch

Spätestens am Mittwochmorgen wurden die Banken mit den neuen 50er-Nötli beliefert. Die jahrelange Warterei ist vorbei, die Banken können ihre Schalter und Bancomaten mit den Löwenzahn-Scheinen ausstaffieren.

Mittlerweile wissen wir alle, wie die neuen 50er-Scheinen aussehen, doch was passiert hinter den Kulissen? Ist die Lieferung eingetroffen, fährt ein Mitarbeiter zu den jeweiligen Standorten und wechselt die Geldkassetten aus. Das Format der 50er-Noten fällt nämlich kleiner aus als bisher. Alle Bancomaten werden innerhalb von einem halben bis zwei Tagen mit den druckfrischen Scheinen gefüllt.

Anzahl Bancomaten (der befragten Banken) im Kanton Solothurn

Clientis Bank im Thal: 2 Geräte

Regiobank Solothurn: 9 Geräte

Spar-und Leihkasse Bucheggberg: 3 Geräte

Valiant Bank: 6 Geräte

Baloise Bank SoBa: 31 Geräte

BEKB: 6 Geräte

Damit deren Sicherheitskriterien kontrolliert werden können, wird ausserdem eine neue Software installiert.

Der Vorgang dauert laut dem Leiter Kommunikation der BEKB, Alex Josty, zwei bis vier Minuten pro Automat.

Kosten von mehreren 10‘000 Franken

Bei der Umrüstung auf die neuen Noten fallen zusätzlichen Kosten an. Die meisten Banken können diese aber als Unterhalt der Bancomaten abtun. Vor allem die BEKB betont: «Bei einem Gesamtaufwand von mehreren 100 Millionen Franken der Bank ist der zusätzliche Aufwand zu vernachlässigen.»

Laut dem Mediensprecher der Valiant Bank, Marc Andrey, macht sich der Mehraufwand aber sehr wohl bemerkbar: «300 Franken kostet die Umrüstung pro Bancomat, dass bedeutet für unsere 230 Schweizer Filialen Zusatzkosten von 70‘000 bis 75‘000 Franken.»

Auch die Baloise Bank SoBa rechnet mit Kosten von mehreren 10‘000 Franken pro neu eingeführte Banknote. Eine stolze Summe, wenn man bedenkt, dass im Kanton Solothurn «nur» 31 Automaten umgerüstet werden müssen.

Auch auf die Clientis Bank im Thal – mit einem automatischen Kassentresor und zwei Geldausgabe-Automaten – kommen Kosten von immerhin rund 2‘000 Franken zu.

Positive Reaktionen

Nachteile bei der Einführung der neuen Scheine sehen die Banken nicht. Sie freuen sich, dass die Note nun sicherer vor Fälschungen sein soll. Die verbesserten Sicherheitskriterien sollen die zusätzlichen Ausgaben wieder wettmachen, hoffen die Banken.

Die Sicherheit der neuen Noten ist allerdings bestritten. Geldfälscher Hans-Jürgen Kuhl ist überzeugt, dass die neuen Scheine leichter zu imitieren sind.

Fälschung hin oder her, die Aufmerksamkeit der Medien kommt den Banken durchaus zugute. Seit die Löwenzahn-Note von der SNB vorgestellt wurde, ist sie auf den Social-Media-Kanälen nicht mehr wegzudenken. Viele Menschen sind interessiert und freuen sich darauf, die grünen Scheine in den Händen halten zu können.

Das Löwenzahn-Sujet kommt an, umso grösser war die Vorfreude: Einige Menschen standen bereits Schlange, bevor die neue 50er-Note überhaupt erhältlich war. «Schon vor Tagen fragten die Kunden nach den neuen Noten. Wir konnten sie leider noch nicht bedienen», sagt Marc Andrey, Mediensprecher der Valiant Bank Mitte der Woche.

Anderes Notenbild

Neuerungen sind keineswegs ungewohnt, denn die regelmässige Umstellung auf neue Noten ist fester Bestandteil des Bankengeschäfts.

Bereits vor 20 Jahren wurden die alten Schweizer Noten abgelöst. Auch mit der Einführung des Euros hatten die Banken umzugehen.

Zwar mag die kleinere Grösse der 50er-Serie ungewohnt sein, dadurch ändern wird sich aber nicht viel. Auch Alex Josty von der BEKB meint: «Die Welt wird sich weiterdrehen und mit der Note wird nichts Evolutionäres geschehen. Die Note ist lediglich zwei Zentimeter weniger lang und einen Zentimeter weniger breit. Damit bleibt die Welt gleich schön oder herausfordernd, wie sie es bisher war.»