Total 4167 Wildtiere wurden 2017 von Jägern im Kanton Solothurn erlegt. Der grösste Anteil davon sind mit 2128 Rehe (Vorjahr 2003), Füchse 896 (Vorjahr 631) und Wildschweine 758 (Vorjahr 446). Einerseits nahm die Zahl der geschossenen Wildschweine zu, weil der Bestand höher war, andererseits weil die Jäger mehrere gross angelegte Jagden organisiert haben.

Weitere 1251 (Vorjahr 1341) Wildtiere starben durch nicht jagdliche Einflüsse. Von diesen 1251 Wildtieren starben alleine 761 (61 Prozent) durch Kollisionen mit Motorfahrzeugen.

Neues elektronisches Wildbuch

Alle Wildtiere, ob geschossen, verunglückt, eingegangen usw., sind der Jagdverwaltung zu melden, was mehrheitlich eine Aufgabe der Jagdgesellschaften ist. Bis 2016 wurden die Abgänge per Excel-Tabelle erfasst und dann aufwendig zusammengeführt. Teilweise mussten sie von der Jagdverwaltung noch in eine digitale Form gebracht werden, da einige Reviere die Statistik handgeschrieben einreichten. Es dauerte somit einige Zeit, bis die Jagdverwaltung dann über die definitiven Zahlen verfügte.

Seit dem 1. April 2017 setzt die Jagdverwaltung jetzt auf eine zeitnahe Erfassung per Internet. Die entsprechende Anwendung wurde mit den Kantonen; ZH, SG und TG entwickelt. Mittlerweile hat sich auch der Kanton Bern angeschlossen. Die Software ist GIS-basiert, was bedeutet, dass sämtliche Abgänge auf einer Karte koordinatengenau eingetragen werden können.

Aus jedem Revier haben zwei Personen Zugriff. Sie loggen sich via Internet ein und geben die Abgänge innert Wochenfrist direkt in das System der Solothurner Jagdverwaltung ein. Das erste Jahr mit dem Wildbuch ist nun beendet. Ramona Horvath, Leiterin Administration, bei der Solothurner Jagdverwaltung erklärt: «Es wurden sehr gute Erfahrungen mit dem neuen System gemacht. Der zeitliche Aufwand für die Jagdverwaltung hat sich durch die Einführung dieses System stark verringert.»

In einem weiteren Schritt, sollen soweit möglich auch Wünsche der Jäger einfliessen und das System entsprechend angepasst werden. Bei der Jägerschaft ist das Wildbuch gut angekommen, was positive Rückmeldung an die Jagdverwaltung beweisen. Gerade die Karte mit den Koordinaten findet grossen Anklang. Stefan Probst, Jagdleiter vom Revier Gäu, erklärt: «Ich bin froh, dass die Zeit mit den umständlichen Excel-Tabellen vorbei ist.» Es gebe noch Verbesserungspotential, wie zum Beispiel Mehrfacherfassungen. «Trotzdem ist es eine gelungene Sache.»

200 Franken bei Wildunfall

Die Statistik 2017 weist 1251 Wildtiere aus, die nicht an jagdlichen oder natürlichen Ursachen gestorben sind. Mit dem neuen Gesetz und der dazugehörenden Verordnung, die seit 1. Januar 2018 in Kraft sind, gibt es eine Neuerung, welche die motorisierten Verkehrsteilnehmer betrifft. Bei einem Unfall mit einem Wildtier und dem Aufbieten des Wildhüters müssen neu 200 Franken bezahlt werden. Allerdings nicht durch den Unfall-Verursacher, sondern durch deren Versicherung.

200 Franken sind viel Geld, der Aufwand ist aber entsprechend hoch. Die Jagdgesellschaften müssen während sieben Tage in der Woche einen 24-Stunden-Dienst organisieren. Dazu kommt noch die Ausrüstung. Zudem steht ein geprüfter Nachsuche-Hund mit Jäger bereit, wenn das Tier nicht gefunden werden kann. So dauert ein Einsatz oft mehrere Stunden. Zudem passieren die Unfälle meist nach Mitternacht. Nachdem das Wildtier geborgen ist, muss es noch in die Konfiskatstelle gebracht werden.