Näher zum Kunden
Neu gibt es das Gründerzentrum auch in Olten und Grenchen

Das Gründerzentrum Kanton Solothurn baut sein Angebot aus und rückt näher zu den potenziellen Neugründern. Neu gibt es die Angebote auch in Olten und Grenchen.

Urs Mathys
Drucken
Teilen
Dezentralisiert seine Dienstleistungen: Thomas Heimann.

Dezentralisiert seine Dienstleistungen: Thomas Heimann.

Urs Mathys

Firmengründern mit Rat und Tat beistehen: Diese Dienste bietet das Gründerzentrum Kanton Solothurn neuerdings nicht mehr nur in Solothurn an, sondern neu auch in Grenchen und Olten. «Wir wollen näher zu den potenziellen Neugründern rücken und damit eine erste Hürde aus der Welt schaffen», erklärt Thomas Heimann die Absicht.

Der Leiter des Gründerzentrums – domiziliert in den Büros der Solothurner Handelskammer – hat nämlich festgestellt, dass sich «Resonanz und Wirkung unserer Arbeit schwergewichtig auf die Region Solothurn konzentrieren». Wie ein Blick auf die geografische Herkunft der jährlich rund 100 Anfrager zeigt, habe sich offensichtlich primär dort herumgesprochen, dass beim Gründerzentrum zusätzliche Hilfestellung bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit zu haben ist.

Das letzte Puzzleteilchen

Nach entsprechender Terminabsprache werden die Beratungsgespräche neu auch in der Uhren- und in der Drei-Tannen-Stadt angeboten, und zwar in den Räumlichkeiten der regionalen Wirtschaftsförderungsstellen von Grenchen und Olten. Die Zusammenarbeit mit diesen Stellen funktioniere bestens, lobt Heimann. Zumal es keineswegs zu einer Konkurrenzierung untereinander komme: «Unsere Angebote ergänzen sich. Denn wir fokussieren uns gezielt auf Neugründer und Jungunternehmer.»

«Olten als Standort für Businesspark ideal»

Bei seiner Arbeit hat Thomas Heimann festgestellt, dass sich die Einrichtung eines Businessparks im Kanton Solothurn lohnen könnte. Dem Leiter des Gründerzentrums schwebt ein Angebot in einem ungenutzten ehemaligen Firmengebäude vor, das Gründern und Jungunternehmern einen Standort bietet, an dem ihre Firma arbeiten und flexibel wachsen kann. In den Augen von Heimann wäre Olten mit seinem grossen Einzugsgebiet und der Verkehrslage der ideale Standort für eine «Brutstätte» neuer Unternehmen. Heimann: «Ich wünschte mir, dass so vermehrt Produkte- und technologiegetriebene Betriebe gefördert werden könnten.» Die Businesspark-Idee ist beim Förderverein des Gründerzentrums auf jeden Fall bereits eingespeist worden. (ums.)

Und wie muss man sich diese Beratung vorstellen? «Zum einen stehe ich Interessierten für Kurzberatungen telefonisch zur Verfügung. Dem folgen dann bei Bedarf ein Erst- und ein Zweitgespräch. Dabei prüfen wir das Vorhaben und zeigen die unternehmerischen Chancen und Risiken auf», schildert der Gründerzentrum-Leiter. Das Gründen einer Firma sei für die Initianten meist mit vielen Unsicherheiten verbunden – seien diese nun organisatorischer Natur, oder dass die formaljuristischen Regeln und Gegebenheiten nicht bekannt sind. «Häufig fehlt den Leuten nur noch ein einzelnes Puzzleteilchen.

Durch ein klärendes Gespräch und mit Vorschlägen für das weitere Vorgehen kann vielfach geholfen werden», weiss Heimann aus Erfahrung. Naheliegend, dass er sich dabei mitunter auch fast in der Rolle eines Seelsorgers oder eines Psychologen sieht. Denn: «Es geht hier auch immer um ganz existenzielle Fragen. Ein Unternehmen zu gründen, erfordert Energie und Durchhaltewillen. Da muss alles rundum stimmen, auch familiär.»

Eine Firmenschliessung gab den Anstoss

Das Gründerzentrum Kanton Solothurn konnte in diesem Jahr sein 20-Jahr-Jubiläum feiern. Den Anstoss zur Gründung von 1997 hatte die Schliessung der Firma von Roll Hydraulik AG in der Klus-Balsthal gegeben. Der damalige Geschäftsführer der Firma, Frédéric Flückiger, übernahm die Aufgabe, für die 170 betroffenen Mitarbeitenden eine neue Stelle zu suchen bzw. ihre Schritte in die Selbstständigkeit zu fördern. Firmen, Verbände, Institutionen und Gemeinden liessen sich von der Idee begeistern und sagten der Trägerschaft ihre Unterstützung zu. 2008 zog das Gründerzentrum nach Solothurn, wo die Innovationsberatungsstelle der Solothurner Handelskammer eingebunden wurde. Ziel war und blieb über all die Jahre die Förderung des Unternehmertums und der Junggründer im Kanton Solothurn. (mgt)

Netzwerk nutzbar machen

Thomas Heimann stiess 2014 zur Solothurner Handelskammer, wo er für den Bereich Innovation und Bildung sowie als Leiter des Gründerzentrums zuständig ist. In vielen Jahren in der Privatwirtschaft und zehn Jahren als selbstständiger Berater hat er sich nicht nur einen grossen Erfahrungs- und Wissensschatz zugelegt, sondern verfügt zudem über ein breites Beziehungsnetz. Dieses Netzwerk könne nicht zuletzt dann weiterhelfen, wenn Gründer nach Investoren suchen: «In solchen Fällen organisieren wir durchaus auch Treffen zwischen einem Jungunternehmer und potenziellen Geldgebern.»

Keinesfalls will Heimann den Gründern deren ureigene Arbeit abnehmen: «Sie müssen es selber packen und ihren Weg gehen.» Sind die ersten Schritte getan, hat das Gründerzentrum seinen Part geleistet: «Dann lassen wir die Gründer ziehen. Denn dann sind gegebenenfalls Coaches aus der Privatwirtschaft am Zug.»

Aktuelle Nachrichten