Natur
Wie Katzen bei der Forschung helfen: Darum geht es im neuen Heft der Naturforschenden Gesellschaft

Von urzeitlichen Nashörnern über den Rhonegletscher bis zu Kleinsäugern: Die Solothurner Naturforschende Gesellschaft beschäftigt sich mit einer Vielfalt von Themen.

Ann-Kathrin Amstutz
Merken
Drucken
Teilen
Katzen können dabei helfen, mehr über das Vorkommen von Kleinsäugern wie Mäusen zu erfahren.

Katzen können dabei helfen, mehr über das Vorkommen von Kleinsäugern wie Mäusen zu erfahren.

zvg

Nicht nur um urzeitliche Nashörner geht es im neuen Heft der Solothurner Naturforschenden Gesellschaft. Die aktuellen «Mitteilungen», die alle zwei bis drei Jahre erscheinen, decken diverse Themen und eine riesige Zeitspanne ab: vom Oligozän, vor rund 30-23 Millionen Jahren, bis zur Gegenwart. Ein Überblick über die Themen im neuen Heft.

Von den Nashörnern machen wir einen Zeitsprung zur letzten Eiszeit. Auch in dieser insgesamt kalten Phase gab es Temperaturschwankungen: Mal grössere, mal kleinere Flächen waren von Eis bedeckt. So reichte der Rhonegletscher wiederholt bis in den Raum Olten, zog sich aber auch immer wieder zurück. Die genaue Abfolge, wann der Gletscher bis wohin kam, ist noch nicht vollständig bekannt. Laut dem Beitrag unter der Federführung von Christian Gnägi gibt es Hinweise, dass der Rhonegletscher vor 44 000 Jahren bis ins Mittelland reichte. Beweise dafür gibt es aber (noch) keine.

Kleinsäuger sind schwer zu beobachten - nicht aber für Katzen

Katzen als Forschungshelfer? Das klingt – bei aller Katzenliebe – doch eher überraschend. Die Stubentiger können aber dabei helfen, Kleinsäuger wie etwa Mäuse näher zu erforschen. Über deren Vorkommen wissen wir vergleichsweise wenig, da sie aufgrund ihrer kleinen Körpergrösse und versteckten Lebensweise schwer zu beobachten sind.

Nicht so für Katzen, welche regelmässig Mäuse und andere Kleinsäuger erbeuten. Deshalb rief das Naturmuseum Solothurn Katzenhalterinnen zur Mithilfe auf. Sie sollten tote Beutetiere ihrer Katze einsammeln, tiefkühlen und ans Museum abgeben.

Gewöhnungsbedürftig, aber wertvoll für die Forschung

Eine gewöhnungsbedürftige Methode – wer mag schon tote Mäuse neben dem Glacé in der Tiefkühltruhe? – aber sie ist wertvoll für die Forschung: 573 so gesammelte Kleinsäuger wurden untersucht und kategorisiert. Auch eine Wasserspitzmaus war unter den Beutetieren. Es ist einer von mehreren aktuellen Nachweisen, dass die seltene Art im Kanton Solothurn vorkommt. Die Erkenntnisse über das Vorkommen von Kleinsäugern im Kanton Solothurn haben Irene Weinberger und Thomas Briner zusammengefasst.