Raumkonzept
Natur und Siedlungsraum sollen klar getrennt werden

Der Regierungsrat hat die Strategie der künftigen Raumentwicklung festgelegt. Dabei sollen Natur und der Siedlungsraum klar getrennt werden. Die Städte sollen wachsen, nicht aber die Landgemeinden.

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«Der ländliche Raum zeichnet sich vor allem durch seine naturräumliche Vielfalt, Eigenart und Schönheit seiner Landschaften aus.»Gemäss dem Raumkonzept des Regierungsrates soll dies auch so bleiben. – Blick von der Barenflue hinunter ins Guldental.

«Der ländliche Raum zeichnet sich vor allem durch seine naturräumliche Vielfalt, Eigenart und Schönheit seiner Landschaften aus.»Gemäss dem Raumkonzept des Regierungsrates soll dies auch so bleiben. – Blick von der Barenflue hinunter ins Guldental.

Ueli Wild

Wie sieht die künftige räumliche Entwicklung des Kantons Solothurn aus? Wo soll was stattfinden? - Der Regierungsrat hat nun diese Fragen beantwortet und mit dem Raumentwicklungskonzept Kanton Solothurn die Strategie der Raumentwicklung für die nächsten 20 Jahre festgelegt. Das Konzept dient laut Medienmitteilung der Staatskanzlei von gestern Dienstag als Grundlage für den neuen Richtplan.

Nachhaltige Raumentwicklung als Ziel

«In der Strategie der Raumentwicklung für den Kanton Solothurn werden die wichtigsten Trends und Herausforderungen in den Bereichen Siedlung und Bevölkerung, Wirtschaft, Verkehr und natürliche Ressourcen beschrieben», heisst es in der Medienmitteilung. Gestützt auf die Trends und Herausforderungen seien übergeordnete Leitsätze für die Raumordnungspolitik wegweisend: Diese würden auf eine nachhaltige Raumentwicklung hinzielen. «Dabei soll der Kanton Solothurn», wie in der Medienmitteilung festgehalten wird, «seine inneren Qualitäten stärken und die Aussenbeziehungen aktiv gestalten.»

Sechs Grundsätze für die Entwicklung

Aus den Leitsätzen werden sechs Grundsätze für die künftig anzustrebende Raumentwicklung festgelegt:

• Ausdehnung des Siedlungsgebietes vermeiden
• Zentren und Agglomerationen stärken
• Ländlichen Raum funktionsfähig erhalten
• Natürliche Ressourcen schonen
• Verkehr verträglich gestalten
• Zusammenarbeit aktiv gestalten

Die Leitsätze und Grundsätze bestimmen zehn Handlungsstrategien, die im kantonalen Richtplan konkretisiert und als behördenverbindliche Beschlüsse (Planungsgrundsätze und Planungsaufträge) in die Fachkapitel aufgenommen werden.

Stadt, Agglomeration, Land

Angesichts der vielfältigen räumlichen Strukturen im Kanton Solothurn werden nach dem Willen der Kantonsregierung «Handlungsräume gebildet, in denen die Handlungsstrategien umgesetzt werden». Diese sind: urbaner Raum, agglomerationsgeprägter Raum und ländlicher Raum.

Im urbanen Raum erfolgt gemäss dem Konzept die Hauptentwicklung des Kantons. Er soll geprägt sein durch attraktive Zentrumsfunktionen, gut erschlossene Arbeitsplatzgebiete und Wohnstandorte von hoher Qualität. Die agglomerationsgeprägten Räume liegen in der Nähe der urbanen Räume. Hier sollen die Siedlungsqualität erhöht und gefördert und Naherholungsräume und wertvolle Landwirtschaftsflächen erhalten werden. Der ländliche Raum schliesslich soll sich auch in Zukunft vor allem durch seine naturräumliche Vielfalt, Eigenart und Schönheit seiner Landschaften auszeichnen.

Die Handlungsräume berücksichtigen die heutigen Siedlungsstrukturen über die Gemeindegrenzen hinweg und erlauben, die Handlungsstrategien für die angestrebte Raumordnung räumlich differenziert umzusetzen.

Ersatz fürs Strukturkonzept von 1994

Das Raumkonzept Kanton Solothurn löst das Strukturkonzept von 1994 ab und wird neu Teil des kantonalen Richtplans. (sks/otr)