Solothurn/Bern
Nationale Alarmzentrale misst Radioaktivität über AKW Gösgen und Mühleberg

Die Nationale Alarmzentrale (NAZ) führt diese Woche in der Umgebung der AKW Gösgen SO und Mühleberg BE Radioaktivitäts-Messflüge durch. Eine Woche später trainieren Spezialisten unter anderem aus Frankreich und Deutschland Messungen aus der Luft in der Schweiz.

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Das Gebiet um das AKW Gösgen wird auf Radioaktivität getestet. (Archiv)

Das Gebiet um das AKW Gösgen wird auf Radioaktivität getestet. (Archiv)

Bruno Kissling

Ein Super Puma der Schweizer Armee überfliegt die Messgebiete in den Kantonen Solothurn und Bern in einer Höhe von 90 Metern in parallelen Bahnen, wie die NAZ am Dienstag mitteilte. Das Gebiet um das AKW Gösgen wird am Donnerstagnachmittag ausgemessen, das Gebiet um das AKW Mühleberg am Freitagmorgen.

Um die Lärmbelastung für die Bevölkerung möglichst gering zu halten, wird eine Mittagspause zwischen 12 und 13 Uhr eingehalten. Die Flüge enden um 17 Uhr. Bei schlechtem Flugwetter werden die Flüge innerhalb der beiden Tagen verschoben oder abgesagt.

Mit der Messung der Radioaktivität aus der Luft, der sogenannten Aeroradiometrie, kann die Radioaktivität am Boden schnell und grossräumig gemessen werden. Die NAZ führt jedes Jahr im Sommer eine Woche lang solche Messflüge durch. Damit sollen Messdaten gewonnen sowie die Einsatzbereitschaft des Messteams und der Ausrüstung sichergestellt werden.

Internationale Messwoche

Spezialisten aus Frankreich, Deutschland, Tschechien und der Schweiz werden in der kommenden Woche gemeinsame Radioaktivitätsmessungen aus der Luft in der Schweiz trainieren. Im Zentrum der internationalen Messwoche steht gemäss NAZ die Vorbereitung und Durchführung eines gemeinsamen Einsatzes sowie der Vergleich der verschiedenen Messsysteme.

Das Ziel sei, bei einem Ereignis mit erhöhter Radioaktivität für die gegenseitige Hilfeleistung über die Grenzen hinweg gerüstet zu sein und die Messresultate rasch zusammenführen zu können. Bei einem solchen Ereignis in der Schweiz ist die Nationale Alarmzentrale zuständig für den Schutz der Bevölkerung und würde Schutzmassnahmen anordnen

Die Teams werden einzeln Messflüge in den Gebieten Murgtal-Mürtschenalp, Linthebene und Zugersee sowie zwischen Neubrunn und Wartau durchführen. Auch im Gebiet Frauenfeld, Herisau, Rorschach und Romanshorn wird das Auffinden von radioaktiven Quellen geübt.

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