Keine Lösung sah Philippe Arnet. Doch zumindest seinen Ärger wollte der Biberister FDP-Kantonsrat loswerden, nachdem im Sommer 2018 Fahrende im Wasseramt Station gemacht haben. Für die Anwohner sei es keine angenehme Situation gewesen, so Arnet. «Alles war mit Fäkalien verunreinigt.» Die Polizei habe mehrmals aufgeboten werden müssen.

Standplatz fehlt seit Jahren

Eine Lösung versuchte Grünen-Sprecherin Simone Wyss Send zu skizzieren. «Wenn wir einen Standplatz hätten, könnten wir beispielsweise die Abfallentsorgung regeln», so die Biberister Kantonsrätin. Denn viele Probleme entstünden, weil keine geeigneten Standplätze zur Verfügung stünden. Zwar wollte auch Wyss Send keine ärgerlichen Zustände dauerhaft dulden. «Wir distanzieren uns davon, die Fahrenden als Problemthema hinzustellen.»

Regierungsrat Roland Fürst (CVP) ist der Mann, der seit langer Zeit eine Lösung präsentieren sollte. Aber Fürst gab offen zu: «Wir tun uns schwer.» Bisher habe man neben Grenchen keinen weiteren Standort gefunden, wegen der ablehnenden Haltung der Bevölkerung und auch der Gemeinden. «Wir sind weiter dran», sagte Fürst nur mässig zuversichtlich.
Rigoros Lösungen parat hätte SVP-Sprecherin Stephanie Ritschard (Riedholz), die beim Regierungsrat zum selben Thema ebenfalls interpelliert hatte. Für sie geht es nicht an, dass Fahrende ein Privatgrundstück «temporär enteignen».

Es brauche ein klares Durchgreifen des Staates, eine restriktive Bewilligungspraxis und eine Kopfsteuer für ausländische Fahrende. «Solange wir ein Auge zudrücken, werden sich Fahrende selbstgefällig verhalten. Es kann nicht sein, dass ausländische Fahrende Narrenfreiheit haben.» Ganz anders sähe die Lösung Nadine Vögeli (SP, Hägendorf). Es sei eine «Tatsache, dass verschiedene Lebensweisen aufeinanderprallen», sagte sie. «Es braucht gegenseitigen Respekt.» Bis in diesem Sommer aber, so war man sich einig, wird es mangels neuer Standplätze wohl keine Lösung geben.