Jugendförderung
Nachwuchsköche und Rocksternchen in Solothurn

Diese Woche findet in Solothurn die Mädchen- und Bubenwoche statt. Unter anderem lernen die Jungs im Alten Spital wie man ein Dessert flambiert, und die Girls Schweissen, Singen, oder lernen zu massieren.

Claudia Hofer
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Sie kichern, lachen und plaudern über Musiksternchen Beyonce oder blonde Haarsträhnchen - und sie komponieren nebenbei noch einen Song. Acht Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren fläzen sich mit Kursleiterin Christine Hasler auf einer Turnmatte in der Raumbar der Kulturfabrik Kofmehl, Austragungsort der Mädchenwoche. «Also los, über welche Themen wollt ihr singen?», fordert Hasler die Teilnehmerinnen des Workshops Girlband auf. «Beautiful Girls», «Nein, Rockgirls», lautet der Verbesserungsvorschlag eines Mädchens, «oder in kurzer Zeit ein grosser Song», so ein anderer Input.

Die Teilnehmerinnen summen munter drauflos

Hasler geht auf die Vorschläge der Mädchen ein und gemeinsam wird getextet: «Short time, big song, eight girls - now sing along!» Der Refrain steht bereits nach wenigen Minuten. Während Hasler mit akustischer Gitarrenbegleitung die Strophen melodisch unterlegt, summen die Teilnehmerinnen munter drauflos. Im Verlauf des Nachmittags werden sie selber auf Keyboard, E-Gitarre und mit Mikrofon ein Coverlied von Rihanna, sowie ihr eigenes Stück proben.

Mädchenwoche im Kofmehl Workshop Girlband
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Mädchenwoche im Kofmehl Workshop Girlband
Mädchenwoche im Kofmehl Workshop Girlband

Mädchenwoche im Kofmehl Workshop Girlband

Hanspeter Bärtschi

Abschlussparty im Kofmehl

Die Girls arbeiten unter Zeitdruck, schliesslich soll am Freitagabend, an der grossen Abschlussparty im Kofmehl, jede Strophe und jeder Ton sitzen. Dort treffen Mädchen und Buben schliesslich aufeinander und präsentieren einander ihr Gelerntes der vergangen Tage. «Es ist etwas Besonderes vor so vielen Leuten zu singen», erzählt die 14-jährige Julia Guldimann aus Oekingen. Sie besucht die Mädchenwoche bereist zum zweiten Mal. «Es macht einfach Spass neue Mädchen kennen zulernen», und sie lobt das vielfältige Angebot.

185 Mädchen und 150 Buben aus dem ganzen Kanton

29 Workshops ausschliesslich von Frauen geleitet,

Beliebte Ferienangebote

Die Jugendförderung in Solothurn organisierte die Mädchenwoche erstmals im 2006. Zwei Jahre später initiierte die Jugendarbeit des Alten Spitals ein einwöchiges Ferienangebot für Buben. Teilnehmen können alle zwischen 12 und 18 Jahren.«Die Jugendlichen schätzen die geschlechterspezifische Freizeitgestaltung», erklärt Projektleiterin Stefanie Wyss. Die Kurse finden in einem geschützten Rahmen statt, wodurch keines der beiden Geschlechter durch das andere gestört oder abgelenkt werden. Zudem werden die Workshops in der Bubenwoche nur von Männern geleitet, jene in der Mädchenwoche von Frauen. (chf)

Die Nachwuchsköche am flambieren

Im Alten Spital, Ausgangspunkt der Bubenwoche, haut eine Gruppe mit Kochlöffel und Schwingbesen in die Pfanne. Der Kochkurs unter der Leitung von Peter Riner steht hoch im Kurs und findet bereits zum sechsten Mal, nämlich seit der Einführung der Bubenwoche statt. Am Dienstagnachmittag werden Hauptgang und Dessert flambiert. «Damit kein falscher Eindruck entsteht - beim Flambieren verdampft der Alkohol», betont Riner und stellt das Menü vor: Poulet Stroganoff an einer Gemüsesosse mit Reis und zum Dessert flambiertes Ananasragout im Pfannkuchen. Gab es keine versengten Haare? «Nein», lacht Riner, «aber rote Ohren», lautet die Antwort eines Teilnehmers.

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Eindrücke zu der Mädchen- und Bubenwoche in Solothurn
Bubenwoche im Alten Spital. Workshop Kochen mit Feuer und Flamme
Bubenwoche im Alten Spital. Workshop Kochen mit Feuer und Flamme

Hanspeter Bärtschi

Beim Küchenchef des Alterszentrums Leuenmatt Bellach, sind die Buben gefordert. Sie müssen zuerst alle Rezepte von vier auf 30 Personen umrechnen. «Bevor wir mit Kochen anfangen», erklärt der Kursleiter, «wird gewaschen, gerüstet und alles vorbereitet.» Vorbereitung ist in seinem Kurs das A und O. Schliesslich muss in dreieinhalb Stunden ein Dreigangmenü gekocht werden, das rund 30 hungrige Mägen verköstigt.

Ein Paradebeispiel des Projekts

Unterstützung erhält der Koch von seinem Lehrling Murat Öner. Vor drei Jahren ist er im Workshop von Riner wortwörtlich auf den Geschmack gekommen und hat sich anschliessend bei ihm erfolgreich für eine Lehrstelle beworben. Ein Paradebeispiel für Barbara Kläsi, Projektleiterin Bubenwoche: «Wir möchten den Jugendlichen neben dem Sammeln von Erfahrungen auch einen direkten Zugang zur Berufswelt ermöglichen.»

Sehen Sie hier weitere Bilder zu verschiedenen Workshops der Mädchenwoche:

Die Mädchen können Aktivitäten erproben, welche ansonsten meist den Jungs vorbehalten sind. (Archiv)

Die Mädchen können Aktivitäten erproben, welche ansonsten meist den Jungs vorbehalten sind. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi
8 Bilder
Mädchenwoche im Kofmehl Workshop Event-Management
Mädchenwoche im Kofmehl Workshop Event-Management
Mädchenwoche im Kofmehl Workshop Event-Management

Hanspeter Bärtschi

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