Auf der Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank, wo die Weissenstein-Aktien seit anderthalb Jahren gehandelt werden, sind die Wertschriften nach anfänglichem Boom kaum noch gefragt. Und wenn, dann meist unter dem Ausgabewert von 100 Franken. Obwohl Bergbahnen laut dem OTC-X-Branchenbarometer letzte Woche 0,8 Prozent zugelegt haben und auf Platz 1 liegen.

«Das ist ein bekanntes Muster von Liebhaberaktien», kommentiert Philipp Lütolf, Professort für Wirtschaft an der Hochschule Luzern in Zug. Der Spezialist für ausserbörslichen Handel von Aktien hat bereits zahlreiche Bergbahnen analysiert und kommt zum Schluss: «Es gibt nur wenige Bergbahn- Aktien, die wirklich spannend sind für Investoren.» Als Beispiele erwähnt Lütolf die Jungfraubahnen im Berner Oberland oder die Pilatus Bahn in der Zentralschweiz.

Generell gelte: Das Geschäft für kleine Bergbahnen wie jene auf den Weissenstein sei sehr schwierig. «Steht die Bevölkerung einer Region jedoch dahinter, ist das natürlich in Ordnung.» Was nach dem fertiggestellten Neubau und der zuvor durchgeführten Kapitalerhöhung laut Philipp Lütolf beim Weissenstein jetzt ebenso klar sei: «Im Normalfall hat man nun Ruhe für die kommenden 30 Jahre, bis die nächste Grossinvestition ansteht.»

Spannend ist es dennoch, auf der Handelsplattform für nicht kotierte Aktien den Verlauf der Weissenstein-Aktien zu verfolgen. Wechselten mit dem Beginn der Arbeiten für die neue Bahn in den ersten vier Monaten 160 Aktienpakete im Gesamtwert von 155 633 Franken die Besitzer, wurden im aktuellen Jahr noch 112 Handel mit einem Gesamtumsatz von 157 243 Franken registriert. Die teuerste Aktie war dem neuen Besitzer im letzten Jahr 103 Franken Wert, die günstigste 80 Franken. (sat)