In Zusammenarbeit mit der Solothurner Handelskammer engagiert sich Swissmechanic Sektion Solothurn in der Nachwuchsförderung. Ziel ist es, das Interesse der Kinder an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) und somit an den mechanisch-technischen Berufen nachhaltig zu steigern.

Dazu führt man die Aktion «Faszination Technik für die Volksschule» durch. Vom 23. November bis zum 27. November können Schulklassen das Swissmechanic Ausbildungszentrum besuchen und sich selbst ein Bild von den MINT- und MEM-Berufe (Maschinen-, Elektro- und Metall) machen.

Das Projekt ist für die 4. bis 6. Primarschule gedacht. «Eine Studie hat gezeigt, dass die Entscheidung bezüglich der Berufswahl zu 75 Prozent schon in der 7. Klasse gefällt wird. Deswegen müssen wir im richtigen Augenblick ansetzen», so Mesut Can, Leiter des Ausbildungszentrums Sektion Solothurn.

Dieser Meinung ist auch Michael Hunziker, Projektleiter der Solothurner Handelskammer: «Es ist wichtig, dass wir den Schüler jetzt schon zeigen, wie spannend und wichtig die MEM-Berufe sind.»

Erste Schritte in die Technik-Welt

Die Schüler haben die Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung erste Schritte in die Welt der Technik zu machen und sogar ein «Werkstück» mit eigenen Händen herzustellen.

Dieses Projekt wird zum ersten Mal durchgeführt und man hofft, bei der jungen Generation damit Anklang zu finden. Am Dienstagvormittag war die Klasse 4a der Primarschule Gerlafingen bei Swissmechanic.

Um neun Uhr morgens strömten die 22 Schülerinnen und Schüler in den Betrieb. «Auf was freut ihr euch am meisten?», fragte Can die Klasse bei der Einführung.

«Darauf, dass wir etwas bauen und es nach Hause nehmen dürfen!», so ein Schüler und viele stimmten ihm zu. Die Klassenlehrerin Lisa Berger erzählte, dass sie in den Herbstferien das E-Mail mit der Einladung zu dem Projekt erhielt und noch am gleichen Tag ihre Klasse angemeldet hat.

«Es ist eine Chance für alle. Leider haben viele Eltern Vorurteile. Sie denken, nur mit der ‹Sek P› und der Matur hätte ihr Kind später eine Chance in der Berufswelt, das stimmt jedoch schon lange nicht mehr.»

Nach der Begrüssung ging es dann in die Ausbildungsräume. Dort erwarteten die Klasse sieben Lehrlinge von sechs verschiedenen Betrieben. Sie hatten die Aufgabe mit den Schüler eine Lautsprecher-Box für das Handy zu bauen

«Für das Handy? Cool!», hörte man mehrere Schüler sagen. Die Motivation war gross und die Lehrlinge hatten die volle Aufmerksamkeit der Kinder. In den zwei darauf folgenden Stunden wurde gesägt, geschraubt, gebohrt und geschliffen.

Die Lernenden erklärten den Kindern, was sie machen sollen und halfen ihnen bei der Umsetzung. Egal ob Junge oder Mädchen, alle machten mit. «Wir wollen auch das Image der MEM-Berufe verbessern. Zum Beispiel denken immer noch viele, diese Berufe seien für Mädchen ungeeignet. Das stimmt nicht. Mädchen haben genau die gleichen Chancen und Möglichkeiten wie die Jungs», betonte Can.

Projekt «Tüfftelfreunde»

Dies ist nicht das erste Projekt, dieser Art. Im Jahr 2014 hatte man das Projekt «Tüfftelfreunde» ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Veranstaltung konnten 16 Jugendliche für drei Tage Swissmechanicbesuchen und erste Erfahrungen in MEM-Berufen machen.

«Das Projekt fand grossen Anklang, wir mussten sogar vielen Bewerbern absagen », so Hunziker und Can. Das Projekt sei eine gute Idee, jedoch spreche man damit nur die Jugendlichen an, die schon ahnen, dass sie einen MEM-Beruf wählen werden.

«Wenn man eine Klasse einlädt, spricht man vielleicht auch den oder die eine an, die vorher nie daran gedacht hätten, etwas in diese Richtung zu machen», erklärt Hunziker.

Das Projekt «Faszination Technik für die Volksschule» ist für die Klassen kostenlos. Zu einem Drittel finanziert es das Ausbildungszentrum selbst und den Rest steuern der Kanton und der Bund bei.

«Unser Zentrum ist ein Non-Profit Betrieb. Am Ende des Jahres sind wir, wieder bei null aber das macht nichts. Unser Ziel ist etwas anderes, nämlich das Interesse an mechanisch-technischen Berufen nachhaltig zu steigern und uns eine Nachfolgergeneration zu sichern. Diese Kinder sind unsere Zukunft», so Can.

Während der ganzen Woche findet laut Can «Tag der offenen Tür»: Lehrmeister und Berufsschullehrer haben somit die Möglichkeit zu sehen, wie man bei der Swissmechanic vorgeht und arbeitet.

Dies dient natürlich auch der Promotion des Betriebs. «Die Lehrlinge haben an solchen Veranstaltungen auch Freude. Es ist eine Abwechslung. Sie können zeigen, was sie schon gelernt haben und ihr Wissen weiter vermitteln», so Hunziker. Man kann von einer Win-win-Situation reden.

Am Ende des Vormittags konnte jeder Schüler eine selbst gemachte Lautsprecher-Box mit nach Hause nehmen und dazu noch viele neue Erfahrungen. Wie viele zukünftige Techniker gibt es wohl in der 4a?