Anfang Januar liess sich Danijela Jaksic wegen sehr starkem Bauchweh in den Notfall des Bürgerspitals einweisen. Gegenüber dem Regionalsender TeleM1 klagte die Egerkingerin, sie sei zehn Stunden im Notfall gelegen und man habe keine Diagnose stellen können. Erst als sie sich in eine Berner Privatklinik überführen liess, habe man einen Darmverschluss festgestellt und sie sofort operiert.

Die Verantwortlichen der Solothurner Spitäler AG (soH) nahmen zu diesen Vorwürfen gegenüber dem Sender keine Stellung. Dies sei auch nicht möglich gewesen, schreibt die soH in einer Medienmitteilung. Man habe die Frau zuerst fragen müssen, ob die behandelnden Ärzte von ihrer ärztlichen Schweigepflicht entbunden werden konnten.

Nach dem Ok der 25-Jährigen, erläutern die Verantwortlichen nun also ausführlich ihre Sicht der Dinge. «Eine genaue Durchsicht der Krankenakten ergab, dass bei der Patientin sehr wohl die Verdachtsdiagnose eines Darmverschlusses als mögliche Ursache ihres Bauchwehs erstellt wurde», heisst es. Die Laborbefunde und die Bilder der Radiologie seien jedoch unauffällig gewesen und hätten keinen eindeutigen Befund zugelassen. Deshalb hätten sich die behandelnden Ärzte entschieden, mit dem Eingriff noch zuzuwarten.

Ärztepfusch? Spital Solothurn wehrt sich.

Ärztepfusch? Spital Solothurn wehrt sich.

Am späteren Nachmittag hätte Danijela Jaksic noch einmal durch einen spezialisierten Chirurgen untersucht werden sollen. Doch schon vorher habe sie den Wunsch geäussert, in eine Berner Privatklinik verlegt zu werden, in der schon früher einmal ein operativer Eingriff am Bauch vorgenommen worden sei. Die Ärzte hätten den Willen der Patientin respektiert.

Die soH betont: «Die Patientin wäre aufgrund ihres Krankheitsverlaufs und den Schmerzen zu dem Zeitpunkt, an dem sie in Bern operiert wurde, auch im Bürgerspital Solothurn operiert worden.» (ldu)