Coronamassnahmen
Nach Rüffel des Bundes: Müssen nun die Restaurants im Kanton Solothurn in die Zwangsferien?

Nach dem Ultimatum vom Freitag, erhöhte der Bundesrat am Samstag den Druck auf die Kantone wie Solothurn, ihre Corona-Massnahmen zu verschärfen. Im Kanton Solothurn wird gemunkelt, dass ab Ende Woche die Restaurants in die Zwangsferien geschickt werden.

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Nach seinem Appell vom Freitag machte Bundesrat Alain Berset am Wochenende ernst. Wie verschiedene Sonntagszeitungen berichten, fanden am Samstag Videokonferenzen zwischen den Bundesräten Alain Berset und Simonetta Sommaruga mit mehreren Deutschschweizer Kantonen statt.

Berset hatte am Freitag gefordert, dass Kantone mit stark steigenden Fallzahlen dringend schärfere Massnahmen gegen die Pandemie ergreifen müssten. Der Bundesrat erwartet namentlich von den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, St. Gallen, Thurgau, Appenzell-Ausserrhoden und Tessin neue Massnahmen.

Die Frist ist knapp. Schon am Dienstag trifft sich der Bundesrat. Bis dann erwarte Berset von den betroffenen Kantonen zumindest Absichtserklärungen, schreibt der SonntagsBlick. Berset setzt den Kantonen das Messer an den Hals. Seine Botschaft: Wenn ein Kanton nicht von sich aus Massnahmen gegen die hohen Corona-Zahlen beschliesst, zwingt der Bundesrat ihm solche auf.

«Das ist der falsche Weg»

Die Solothurner Regierung will sich am Montag beraten. Wie mehrere Quellen munkeln, sollen unter anderem Beizen ab Ende nächster Woche in die Zwangsferien geschickt werden. Das ist für Peter Oesch, Präsident von Gastro Solothurn, der falsche Weg. «Dass man bei einer Bar ansetzt, in der die Leute zirkulieren, dann ist das etwas anderes», sagt er gegenüber TeleM1. Dank der Schutzkonzepte würde sich fast niemand in einem Hotel- oder Restaurationsbetrieb anstecken. Das würden die Zahlen zeigen. 1,5 Prozent aller Ansteckungen seien in diesem Bereich erfolgt.

Bis Ende letzter Woche waren 6811 positiv getestete Fälle gemeldet worden. Aufgrund der Zahlen ist SP-Nationalrätin Franziska Roth überzeugt, dass jetzt gehandelt werden muss: «Wenn wir eine dritte, vierte oder fünfte Welle verhindern wollen, müssen wir die Massnahmen ergreifen», sagt sie gegenüber dem Regionalsender. Man müsse dort ansetzen, wo viele Leute zusammenkommen würden. Es habe auch schon einmal geheissen, dass die Schule nicht problematisch sei.

Offiziell bestätigt sind diese Pläne noch nicht. (roc/ldu)